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Spitzenorchester haben bei Frauenanteil Nachholbedarf

Spitzenorchester haben bei Frauenanteil Nachholbedarf
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Spitzenorchester haben bei Frauenanteil Nachholbedarf

Deutsches Musikinformationszentrum stellt Untersuchung zur Geschlechterverteilung in deutschen Berufsorchestern vor - Infografikposter kostenlos erhältlich

Sehr geehrte Damen und Herren,

in wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz des Deutschen Musikinformationszentrums (miz) zum Thema "Geschlechtergerechtigkeit in deutschen Berufsorchestern". Um an der Pressekonferenz um 10 Uhr teilzunehmen, klicken Sie bitte auf diesen Link: https://us02web.zoom.us/j/82297856861?pwd=bk9ESHdUSkxYWWl5RDZGdFpnRUJGdz09.

Im Anhang finden Sie die Pressemitteilung sowie Ansichten des vorgestellten Infografikposters, die Sie ab 11 Uhr gerne zur Berichterstattung verwenden können. Weiteres Hintergrundmaterial, insbesondere den Ergebnis-/Methodenbericht der miz-Erhebung, finden Sie unter folgendem Link: www.miz.org/orchestererhebung.

Ein Rezensionsexemplar des Infografikposters können Sie unter Angabe Ihrer Redaktion bei mir bestellen. Sollten Sie Interesse an O-Tönen haben, so leite ich Ihre Anfrage gerne weiter. Als Interviewpartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Stephan Schulmeistrat - Leitung Deutsches Musikinformationszentrum
  • Marc Grandmontagne - Geschäftsführender Direktor Deutscher Bühnenverein
  • Gerald Mertens - Geschäftsführung Deutsche Orchestervereinigung

Mit besten Grüßen

Anke Steinbeck

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Pressemitteilung

Spitzenorchester haben bei Frauenanteil Nachholbedarf

Deutsches Musikinformationszentrum stellt Untersuchung zur Geschlechterverteilung in deutschen Berufsorchestern vor - Infografikposter kostenlos erhältlich

In den 129 öffentlich finanzierten Orchestern in Deutschland sind durchschnittlich vier von zehn Pulten mit einer Frau besetzt, in den Stimmführer- und Solopositionen hoch dotierter Orchester hingegen nur halb so viele. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung, die das vom Deutschen Musikrat getragene Deutsche Musikinformationszentrum (miz) durchgeführt hat. Details präsentiert das miz auf einem Infografikposter zur Chancengleichheit in deutschen Berufsorchestern. Kooperationspartner sind die Deutsche Orchestervereinigung und der Deutsche Bühnenverein.

Die miz-Orchestererhebung "Am Pult der Zeit!?" zeigt erstmals, wie viele Männer und Frauen in deutschen Berufsorchestern in den einzelnen Stimmgruppen und auf welchen Positionen besetzt sind. Durchschnittlich sind 39,6 % der Orchestermitglieder in deutschen Berufsorchestern weiblich. Mit steigendem Renommee des Orchesters und höherer Stimmposition wird zunehmend deutlich: In Spitzenorchestern ist der Anteil an Frauen in höheren Dienststellungen mit 21,9 % besonders niedrig.

Stephan Schulmeistrat, Leiter des miz: "Differenzierte Daten zur Geschlechterverteilung in den öffentlich geförderten Orchestern, die auch die Dienststellungen berücksichtigen, haben lange gefehlt. Wir freuen uns, im engen Schulterschluss mit der Deutschen Orchestervereinigung und dem Deutschen Bühnenverein aktuelle und verlässliche Daten bereitstellen zu können, mit denen die Debatte um die Chancengleichheit von Frauen in Orchestern unterfüttert wird."

Das gleichzeitig zur Erhebung veröffentlichte Poster zeigt eine detailreiche Infografik zur "Geschlechterverteilung in Berufsorchestern". Die Poster, die als handlich gefaltete Variante mit Begleittexten und im großformatigen Qualitätsdruck zur Verfügung stehen, sind kostenlos gegen eine Versand- und Servicepauschale erhältlich. Begleitend dazu veröffentlicht das miz unter www.miz.org/orchestererhebung ein vertiefendes Informationsangebot mit allen Kennzahlen der Untersuchung und Hinweisen zur Methodik sowie Interviews und weiteren Informationen zur Orchesterlandschaft in Deutschland.

Das Infografikposter setzt die miz-Reihe "Musikleben in Zahlen" fort, die im Dezember 2020 mit der Veröffentlichung "Bühne frei für Vielfalt! Opernrepertoire in Deutschland" ihren Anfang nahm. Das nächste Poster erscheint im Sommer 2021 zum Thema "Amateurmusizieren" und zeigt, wie viele Menschen in Deutschland in ihrer Freizeit musizieren, in welchen Kontexten sie dies tun und welche Instrumente sie am liebsten spielen.

Die miz-Reihe "Musikleben in Zahlen" wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Musikverlags Hal Leonard Europe GmbH.

Erhebung des Deutschen Musikinformationszentrums

"Geschlechterverteilung in Berufsorchestern"

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Im Jahr 2020 waren 9.884 Musiker*innen in den 129 öffentlich finanzierten Orchestern in Deutschland beschäftigt (Voll-/Teilzeit). Der Frauenanteil lag im Durchschnitt bei 39,6 %.
  • 73 der 129 Orchester weisen einen überdurchschnittlichen Frauenanteil auf. Dies sind überwiegend Orchester mittlerer TVK-Gruppierung.
  • Die höchsten Frauenanteile gibt es bei den Harfen (93,7 %, 118 von 126) und den Flöten (65,4 %, 298 von 456), in der 2. Violine (62,6 %, 889 von 1.421) und der 1. Violine (59,1 %, 1.023 von 1.731).
  • Die höchsten Männeranteile finden sich bei der Tuba (98,1 %, 103 von 105), der Posaune (96,5 %, 443 von 459), der Pauke/Schlagwerk (95,4 %, 417 von 437) und der Trompete (94,7 %, 433 von 457).
  • In niedrigeren Dienststellungen wie Vorspieler*innen und im Tutti sind Frauen fast gleichauf mit ihren männlichen Kollegen, ihr Anteil liegt hier bei insgesamt 47,5 % (2.760 von 5.814).
  • In höheren Dienststellungen wie Konzertmeister-, Stimmführer- und Solopositionen sind Frauen mit 28,4 % unterrepräsentiert (1.156 von 4.070). Die höheren Dienststellungen werden überwiegend von Männern bekleidet; sie besetzen 71,6 % dieser Positionen (2.914 von 4.070). In den 21 höchstdotierten Orchestern (über TVK-Gruppe A/F1) sind es sogar 78,1 % (721 von 923).
  • In den Streichinstrumenten ist mit 49,6 % jedes zweite Orchestermitglied eine Frau (2.874 von 5.800). Ihr Anteil an den höheren Dienststellungen ist mit 32,7 % aber vergleichsweise gering (530 von 1.619). Je niedriger die Dienststellung, desto höher der Frauenanteil, der im Tutti 57,5 % beträgt (2.086 von 3.630).
  • Obwohl die 1. Violine insgesamt zu 59,1 % weiblich besetzt ist, finden sich unter den 206 1. Konzertmeister*innen nur 62 Frauen (30,1 %).

Weitere Informationen:

Deutsches Musikinformationszentrum

Das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) ist nationales Kompetenzzentrum und Anlaufstelle für alle, die Informationen und Daten zum Musikleben suchen. Mit seinem Onlineportal www.miz.org betreibt das miz die führende Informationsplattform zum Musikleben und informiert über Einrichtungen, Strukturen und Entwicklungen zentraler Bereiche: von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Amateurmusizieren, die professionelle Musikausübung und das Veranstaltungswesen bis zu den Medien und der Musikwirtschaft.

Deutscher Musikrat

Der Deutsche Musikrat (DMR) ist der weltweit größte nationale Dachverband des Musiklebens und engagiert sich für die Interessen von 14 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland. Der Deutscher Musikrat e.V. in Berlin setzt mit seiner musikpolitischen Arbeit als zivilgesellschaftlicher Akteur Impulse für ein lebendiges Musikleben. Rund 100 Organisationen und Dachverbände aus dem professionellen Bereich und des Amateurmusizierens sowie die 16 Landesmusikräte sind Mitglied im Deutschen Musikrat. Die Deutscher Musikrat gGmbH in Bonn organisiert als Träger die 13 langfristigen Förderprojekte des DMR: Ensembles: Bundesjugendorchester, Bundesjugendchor, Bundesjazzorchester; Wettbewerbe: Jugend musiziert, Jugend jazzt, Deutscher Musikwettbewerb, Deutscher Orchesterwettbewerb, Deutscher Chorwettbewerb; Förderung: Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler, Dirigentenforum, Förderprojekte Zeitgenössische Musik, PopCamp und Service: Deutsches Musikinformationszentrum (miz). Der DMR wurde 1953 gegründet, ist Mitglied der UNESCO und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Deutsche Orchestervereinigung

Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) ist der Berufsverband und die Gewerkschaft für professionelle Musikerinnen und -musiker mit rund 13.000 Mitgliedern. Sie vertritt vor allem die Mitglieder der 129 öffentlich geförderten Berufsorchester und Rundfunkchöre, Freischaffende sowie Lehrbeauftragte und Studierende an Musikhochschulen.

Deutscher Bühnenverein

Der Deutsche Bühnenverein ist der Interessen- und Arbeitgeberverband der Theater und Orchester und hat ca. 470 Mitglieder. Die Mitgliedschaft setzt sich zusammen aus Staatstheatern, Stadttheatern, Landesbühnen, Sinfonieorchestern, vielen Privattheatern sowie persönlichen Mitgliedern. Der Bühnenverein, gegründet 1846, ist einer der ältesten Theaterverbände der Welt.

Sein Ziel ist es, die Vielfalt der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft und deren kulturelles Angebot zu erhalten, zu fördern und fortzuentwickeln. Der Bühnenverein thematisiert alle für die Theater und Orchester wichtigen künstlerischen, rechtlichen, organisatorischen und politischen Fragen. Zu seinen Aufgaben gehört auch die beratende Beteiligung an Gesetzgebungsverfahren von Bund und Ländern. Die zukünftige Gestaltung des Ensemble- und Repertoiretheaters, die Arbeit für die Anerkennung der gesellschaftlichen Relevanz von Theater, Musik und Tanz wie auch Fragen der Publikumsgewinnung, der Finanzierung und des Marketings sind weitere wichtige Tätigkeitsfelder. Als Arbeitgeberverband schließt er mit den Künstlergewerkschaften Tarifverträge für den künstlerischen Bereich ab. Der Bühnenverein gibt jährlich eine Theaterstatistik und eine Werkstatistik mit allen wesentlichen Daten der Theater heraus, zudem seit 1909 die Zeitschrift "Die Deutsche Bühne" und seit 2007 die "junge bühne".

Kontakt:

Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH
Stephan Schulmeistrat, Leiter Deutsches Musikinformationszentrum
Tel.: 0228 – 2091 185,  schulmeistrat@musikrat.de
Deutscher Musikrat gemeinnützige Projektgesellschaft mbH
Dr. Anke Steinbeck, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0228 – 2091 165,  steinbeck@musikrat.de