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Börsen-Zeitung: Ein Gespenst geht um, Kommentar zum Quartalsgewinn der Deutschen Bank von Bernd Neubacher

Frankfurt (ots)

Ein Gespenst geht um im Markt, das Gespenst der
Kapitalerhöhung. Die Deutsche Bank hat wider Erwarten einen 
Milliarden-Quartalsgewinn eingefahren. Die Anleger aber machen den 
Wert zum Schlusslicht im Dax, weil zugleich die Ahnung einer 
bevorstehenden Aktienemission offenbar so manchen Investor 
verscheucht.
Von der Hand zu weisen ist die Angst der Aktionäre vor einer 
Verwässerung ihres Kapitals im Fall der Deutschen Bank kaum. Das 
Management schließt eine Emission zur Finanzierung von Übernahmen 
nicht aus, und geplant sind gleich mehrere Transaktionen. Der Zukauf 
von Teilen der ABN Amro wurde am Dienstag vereinbart, in den 
kommenden Tagen sollte zudem über eine Beteiligung an Sal. Oppenheim 
informiert werden, über kurz oder lang wird es auch um eine Mehrheit 
an der Postbank gehen. Und weiß nicht längst jedes Kind, dass die 
Banken mehr Kapital brauchen?
Sollte die Deutsche Bank ihre Aktionäre in diesen Tagen bitten, 
neue Anteilscheine zu zeichnen, wäre dies dennoch ein PR-Desaster. 
Schließlich hat Vorstandschef Josef Ackermann selbst festgestellt, 
man habe sich auf die neuen Vorgaben infolge der Krise eingerichtet. 
Da ist auch etwas dran. Dank des jüngsten Gewinns, aber wohl auch 
dank Bilanzverkürzung ist die Kernkapitalquote im vergangenen 
Dreimonatszeitraum um 0,7 Prozentpunkte auf 11,7% gehüpft, wie am 
Mittwoch bekannt wurde. Da sollte die Bank auch beim harten 
Kernkapital die neuerdings zumindest im Markt anerkannte Marke von 8%
meistern - Ende Juni lag sie schon bei 7,8%. ABN Amro und Sal. 
Oppenheim dürften zusammen weniger als 2 Mrd. Euro kosten. 1,4 Mrd. 
Euro aber hat die Deutsche Bank allein im jüngsten Quartal 
hereingeholt. Natürlich schönen Steuererträge das Ergebnis. Solange 
aber alle Bereiche wie zuletzt schwarz schreiben und die Bank keine 
noch größeren Zukäufe stemmt, kann die Kapitalquote nur steigen, 
zumal wenn sich die Bilanz weiter verkürzt.
Dennoch muss der Kursrutsch dem Haus, aber auch Wettbewerbern zu 
denken geben. Vor Wochen noch applaudierten die Investoren jeglichen 
Eigenkapitalmaßnahmen europäischer Banken. Nun scheint sich der Wind 
zu drehen. Wer auch immer in der momentanen Rekapitalisierungsrunde 
frische Mittel braucht, er sollte sich sputen. Sonst wird er das 
Fürchten lernen.

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Telefon: 069--2732-0

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