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Rheinische Post: Preis an Obama noch unverdient Kommentar Von Godehard Uhlemann

Düsseldorf (ots)

Barack Obama hat den Friedensnobelpreis für
eine noch nicht erbrachte Leistung bekommen. Das ist äußerst 
fragwürdig, denn es zwingt ihn möglicherweise zu einer dem 
Friedensnobelpreis würdigen Politik. Dann stehen nicht mehr 
amerikanische Interessen im Vordergrund, auch nicht die der 
westlichen Demokratien, die sich untergehakt mit den USA um die 
westlichen Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte bemühen.
Friedenspolitik kann dann ganz rasch abgleiten in eine wie auch immer
geartete platte Kompromissfreudigkeit -  halt um des lieben Friedens 
willen.
Die Verleihung des Preises an Obama ist vor allem ein Tribut an die 
Tagespolitik und die Mode des Zeitgeistes, dem notgedrungen nichts 
Endgültiges anhaftet. Doch echter Friede zwischen Völkern, Religionen
und Kulturen braucht Nachhaltigkeit. Sie würde eine Auszeichnung mit 
dem Friedensnobelpreis adeln.
Der Friedensnobelpreis an Barack Obama ist eine Sensation, weil wegen
der erst neunmonatigen Amtszeit des amerikanischen Präsidenten das 
außenpolitische Meisterstück zwangsläufig fehlen muss. Der Preis ist 
daher keine Belohnung für Fortschritte im globalen Ringen um Frieden 
und im Bemühen um eine atomare Abrüstung. Die Auszeichnung ist eher 
Erwartungsbelohnung, die Obama ermuntern und vor allem ermutigen 
soll, in der Nach-Bush-Ära auf seinem Weg der politischen Wende 
voranzuschreiten. Obama wird in die Pflicht genommen mit der 
Erwartung, die Welt besser und sicherer zu machen. Damit wird der 
Friedensnobelpreis eher zur Bürde, denn er spricht dem 
Ausgezeichneten messianische Stärke zu. Er überhöht ihn.
Doch es geht um Frieden in Afghanistan, im Nahen Osten, den Rückzug 
aus dem Irak und vor allem um die Bannung der atomaren Gefahr. Die 
Menschheit kann sich mit Massenvernichtungswaffen mehrfach umbringen,
den blauen Planeten unbewohnbar machen.
Das aber tut sie schon weitgehend mit ihrer verantwortungslosen 
Umweltpolitik. Klimaprobleme, Seuchen, Ressourcenverschwendung, Armut
und Bildungsnotstand sind längst globale Probleme, die nur noch 
grenzüberschreitend gelöst werden können. Damit sind alle Menschen in
ihrem Verantwortungsbereich gefordert, nicht nur Barack Obama. Der 
Nobelpreisträger muss daher scheitern, wenn wir nicht alle mitziehen.
Insofern ist der Friedensnobelpreis auch eine Handlungsaufforderung 
an alle Bürger - egal wo auf der Welt sie leben und in welchem 
politischen System sie wurzeln. Die Zuerkennung sagt viel über die 
Juroren, die die Wahl trafen. Obama gilt als globaler 
Hoffnungsträger. Er wirkte schon im US-Wahlkampf wie eine 
Projektionswand, auf der Wünsche und Erwartungen der Welt ihren 
Niederschlag fanden. Der Friedensnobelpreis für ihn aus dem Feld von 
205 Kandidaten spiegelt auch globale Sehnsüchte.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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