POL-GÖ: (70/2021) Vorbildlich reagiert - Osteroder Bankmitarbeiter wittert "Enkeltrick", großer finanzieller Schaden für Seniorin verhindert
Göttingen (ots)
OSTERODE (jk) - Großes Lob für einen Bankmitarbeiter mit dem "richtigen Riecher" für Enkeltrick-Betrüger.
Durch sein vorbildliches Handeln hat ein Angestellter in der vergangenen Woche in Osterode (Landkreis Göttingen) verhindert, dass die Ersparnisse einer Seniorin in die Hände von Telefon-Betrügern fielen. Die 86-Jährige war in der Filiale erschienen und wollte 10.000 Euro für ihre angeblich in einen Verkehrsunfall verwickelte Enkelin abheben.
Nur kurz zuvor, gegen Mittag desselben Tages, hatte die Seniorin einen Anruf erhalten. In dem Telefonat gab eine Frau vor, ihre Enkelin zu sein und wegen eines Verkehrsunfalls, in den sie verwickelt gewesen sei, bei der Polizei zu sitzen. Dort ließe man sie nicht wieder frei. Um einer Einlieferung ins Gefängnis zu entgehen, benötige sie unbedingt eine größere Summe Bargeld.
Der Anruf der Betrügerin verfehlte seine Wirkung nicht. Aus Sorge um ihre "Enkelin" machte sich die verängstigte Seniorin sogleich auf den Weg zu ihrer Bank.
Als sie am Schalter ihre Notlage schilderte, wurde einer der Bankmitarbeiter allerdings misstrauisch und witterte einen "Enkeltrick". Der Angestellte kombinierte schnell und rief sofort bei der von der Betrügerin im Telefonat genannten Polizeidienststelle an, um sich nach dem geschilderten Unfall zu erkundigen. Die Auskunft, die er von den Beamten erhielt, bestätigte den Verdacht. Den Unfall hatte es nie gegeben.
"Und wieder einmal hat ein aufmerksamer Bankmitarbeiter Schlimmeres verhindert! Dafür ein großes Lob und mein herzlicher Dank!", sagte der Leiter des Polizeikommissariats Osterode, Erster Polizeihauptkommissar Heiko Fette, als er vom so glücklichen Ausgang des Falles erfuhr.
Hinweise auf die unbekannte Betrügerin gibt es bislang nicht. Die Ermittlungen dazu dauern an.
Die Polizei Osterode rät vor allem älteren Menschen:
- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.
- Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.
- Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.
- Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.
- Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörige oder anderen Ihnen nahestehende Personen.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.
- Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.
- Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.
- Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.
- Bewahren Sie Ihre Wertsachen, z.B. höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände nicht zuhause auf, sondern auf der Bank oder im Bankschließfach.
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