API-TH: 14. Bundesfachtagung "Manipulation am Fahrtenschreiber"
Schleifreisen (ots)
Experten für die Manipulation am Fahrtenschreiber aus dem Bundesgebiet und der Schweiz trafen sich zu einem Erfahrungsaustausch in Weimar. Dieses Expertengremium trifft sich bereits seit 2007 jährlich zu einem Erfahrungsaustausch, so dass diese Veranstaltung jeweils in einem anderen Bundesland durchgeführt wird. Die diesjährige Veranstaltung fand im Zeitraum vom 06.11.2022 bis zum 09.11.2022 in Weimar statt. Als Veranstaltungsort wurde das Tagungshotel Ramada by Windham Weimar ausgewählt.
Der Fahrtenschreiber dient unter anderem der Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten von Kraftfahrern im gewerblichen Personen- und Güterverkehr, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften überwachen zu können. Gerade im Speditionsgewerbe besteht das Bestreben, eine möglichst lange Lenkzeit zur Kostenoptimierung zur erreichen. Daraus resultierend werden die Fahrtenschreiber durch technische oder softwaregestützte Eingriffe manipuliert und somit die Aufzeichnungen verfälscht. Das hat zur Folge, dass die gesetzlichen Vorschriften nicht eingehalten werden, was zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Sicherheit im Straßenverkehr führt. Kraftfahrer mit Lenkzeitüberschreitungen und Ruhezeitverkürzungen schlafen am Lenkrad ein und verursachen sehr häufig schwere Verkehrsunfälle. Eine Manipulation am Fahrtenschreiber stellt eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit dar und kann mit Freiheits- oder Geldstrafe oder einem erheblichen Bußgeld geahndet werden.
Mit der Organisation und Durchführung der diesjährigen Veranstaltung wurde die Thüringer Autobahnpolizei beauftragt. Die Thüringer Autobahnpolizei verfügt über speziell ausgebildete Polizeibeamte für die Kontrollen des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs, deren Zuständigkeitsbereich sich auf den gesamten Freistaat Thüringen erstreckt. Über den gesamten Veranstaltungszeitraum nahmen Polizeibeamte aus allen Bundesländern, Mitarbeiter des Bundesamtes für Güterverkehr und des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz als Arbeitsschutzbehörde sowie der zuständigen Behörde aus der Schweiz teil. Neben Fachvorträgen aus der Kontrollpraxis und dem sich anschließenden Austausch von Informationen referierten verschiedene Sachverständige aus dem Bundesgebiet, die mit Gutachten zur Prüfung von Fahrtenschreibern beauftragt wurden. Darüber hinaus wurde seitens einer deutschen Herstellerfirma für Fahrtenschreiber sowie von Softwareanbietern zur Auswertung der Datensätze aus den Fahrtenschreibern über den aktuellen Stand der Entwicklung berichtet. Ein Wissenschaftler der Hochschule Mittweida informierte über den Forschungsstand im Bereich der Car-Forensik und zeigte Mittel sowie Möglichkeiten der softwaregestützten Manipulation der Steuerungssysteme im Fahrzeugbereich auf. Die Hochschule Mittweida verfügt über einen Schwerpunktfachbereich Informatik und Mechatronik, um digitale Spuren zu erkennen und zu sichern. Hierbei erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Frauenhoferinstitut.
Im Ergebnis dieser Fachtagung konnten verschiedene Informationen gewonnen und ausgetauscht werden, um einen umfassenden Stand der Manipulationsmöglichkeiten zu erheben. Die Manipulationen sind verschiedenartig und beginnen bei einfachen mechanischen Lösungen. Speziellere Verfahren der Manipulation erfolgen durch Implementierung von Schadsoftware auf verschiedenen technischen Einrichtungen innerhalb der Fahrzeugelektronik. Eine derartige Fachtagung trägt maßgeblich dazu bei, Manipulationsfälle aufzudecken und dient der Vernetzung der Kontrollbehörden. Die Veranstaltungsteilnehmer werden die gewonnenen Informationen innerhalb ihrer Kontrollbehörden weitervermitteln.
Die Veranstaltungsteilnehmer schätzten die Fachtagung als gelungen ein, so dass ein erfolgreicher Abschluss gefunden werden konnte.
Rückfragen bitte an:
Thüringer Polizei
Autobahnpolizeiinspektion
Oliver Hanf
Telefon: 036601 70103
E-Mail: pressestelle.api@polizei.thueringen.de
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