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Polizeipräsidium Frankfurt am Main

POL-F: 200930 - 1003 Frankfurt: Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und Frankfurter Kriminalpolizei gehen erfolgreich gegen "Falsche Polizeibeamte" vor - Über 1 Million Euro Schadenssumme

Frankfurt (ots)

(em) Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Frankfurter Kriminalpolizei sind erfolgreich gegen "falsche Polizeibeamte" vorgegangen. Heute wurden zahlreiche Objekte durchsucht und mehrere Personen festgenommen.

Seit dem Jahr 2018 führt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gemeinsam mit dem für Bandenkriminalität zuständigen Fachkommissariat der Frankfurter Kriminalpolizei ein Verfahren gegen sogenannte "Falsche Polizeibeamte". Der Fokus der Ermittler lag hierbei insbesondere auf in Deutschland agierende Abholer und Logistiker, welche auf Weisungen von in der Türkei ansässigen Callcentern gehandelt haben sollen. Die Gesamtschadenssumme beläuft sich nach bisherigen Erkenntnissen auf knapp 1,2 Millionen Euro.

Im Zuge umfangreicher Ermittlungen hat die Frankfurter Kriminalpolizei heute drei Tatverdächtige festgenommen sowie drei Objekte in Frankfurt am Main durchsucht. Eine weitere Durchsuchung wurde mit der Unterstützung der Berliner Polizei in der Bundeshauptstadt durchgeführt. Dabei fanden die Beamten umfangreiche Beweismittel auf und stellten diese sicher. Gegen einen der Männer, 32 Jahre alt, bestand ein Haftbefehl. Er steht im Verdacht illegal erlangte Gelder "gewaschen" und an Hintermänner in die Türkei übermittelt zu haben. Der 32-Jährige gilt in dem Ermittlungskomplex als mutmaßlicher Haupttäter und ist darüber hinaus Beschuldiger eines beim Hauptzollamt gesondert geführten Verfahrens (siehe Pressemitteilung des Hauptzollamts Frankfurt am Main vom 30.09.2020).

Bislang wurden in dem Verfahren 8 Personen festgenommen, wovon sich alle in Haft befinden. Diese sowie die heute festgenommene Person sollen für insgesamt 14 Taten verantwortlich sein. Ein 26-jähriger Logistiker wurde zu rund 12,5 Jahren verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Täter sind in der Regel wie folgt vorgegangen: Aus einem Callcenter der Türkei wurden vornehmlich ältere Menschen angerufen. Die Täter haben vorgegeben Polizisten zu sein. Unter einem Vorwand und mit der Hilfe einer äußerst geschickten Gesprächsführung wurden die Geschädigten schließlich dazu gebracht, eine hohe Bargeldsumme oder hochwertigen Schmuck an vermeintliche Polizisten auszuhändigen. Die Täter nahmen das Geld an sich und ergriffen anschließend jeweils die Flucht. Einen Teil der Beute durften sie behalten, die weitaus größere Summe wurde über die heute festgenommenen Personen an die Hintermänner in der Türkei übermittelt. Die Opfer blieben mit immensen finanziellen Schäden zurück. Häufig hatten die Täter das gesamte Ersparte betrügerisch erlangt.

Die Ermittlungen in dem Verfahren dauern nach wie vor an.

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