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Polizeiinspektion Cuxhaven

POL-CUX: Korregierte Meldung Unfalllage

Cuxhaven / Wesermarsch (ots)

++Sieben Tote bei Unfällen im
August++
Unfalllage bereitet der Polizei Kopfzerbrechen
Cuxhaven/Wesermarsch (ost) "Die Entwicklung des Unfallgeschehens 
innerhalb der letzten Wochen ist besorgniserregend" beschreibt der 
Leiter des Einsatz-bereiches der Polizeiinspektion 
Cuxhaven/Wesermarsch, Polizeioberrat Holger Kliem, die Lage.
Sieben Tote bei sechs Unfällen, eine solch erschreckende Bilanz für 
den "Sonnenmonat" August ist selbst für die von jeher durch tödliche 
Unfälle belastete Polizeiinspektion ungewöhnlich.
Seit Jahren hält sich die Zahl der Unfalltoten auf einem Niveau 
zwischen 20 und 32. Lediglich in den Jahren 2003/2004 lag die Zahl 
wie im gesamten Bundesgebiet auf einem historischen Tiefstand von 16 
Unfallopfern.
(Tabelle im Anhang als Worddokument)
Doch entgegen dem Bundes- und Landestrend scheint in diesem Jahr die 
Entwicklung in Richtung der Höchstwerte von 2002 und 2005 zu 
tendieren.
Zwar sind die Unfallorte und Ursachen zum Teil sehr individuell, 
dennoch besteht aus Sicht der Polizei Handlungsbedarf.
Die Liste der tragischen Ereignisse im August liest sich wie 
folgt:
1.
02. August, 11.18 Uhr: Auf der K68  ein 26-jähriger Motorradfahrer 
aus Richtung Dorum-Neufeld kommend zum Überholen an. Dabei kommt er 
aus ungeklärter Ursache nach links von der Fahrbahn ab und prallt an 
einen Baum und verstirbt.
2.
13. August, 06.25 Uhr: B 212 Bereich Hoffe. Bei einem 
Frontalzusammenstoß zweier Pkw, ausgelöst durch einen 37-jährigen 
Nordenhamer, stirbt ein 24-jähriger Mann aus Elsfleth. Der 
Verursacher gerät mit geringer Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn 
und stößt dort mit dem Wagen der 24-jährigen zusammen. Der 37-jährige
und drei weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt.
3.
16. August, 16.40 Uhr: Auf der L 875 in Höhe Krögerdorf versucht ein 
63-jähriger Motorradfahrer einen Pkw mit Anhänger zu überholen. Der 
Gespannfahrer wollte gleichzeitig nach links auf ein Grundstück 
abbiegen. Der Kradfahrer stürzt bei dem Versuch dem Gespann 
auszuweichen und erleidet beim Anprall am Pkw und an einen 
Rohrbrunnen tödliche Verletzungen.
4.
21. August, 23.17 Uhr: Auf der BAB 27, zwischen den Anschlussstellen 
Debstedt und Neuenwalde kollidiert ein Geländewagen auf der Fahrt in 
Richtung Bremerhaven auf dem Hauptfahrstreifen mit einem 
Motorradfahrer. Der Geländewagen erfasst den Motorradfahrer mit hohem
Geschwindigkeitsunterschied. Der 25-jährige Kradfahrer verstirbt an 
der Unfallstelle.
5.
25. August, 08.17 Uhr, auf der B 212 stößt der Pkw einer 37-jährigen 
Elsfletherin mit einem entgegenkommenden Kleinbus zusammen. Auf der 
Fahrt in Richtung Brake gerät ihr Fahrzeug aus ungeklärter Ursache in
einer leichten Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn. Die Frau und ihr 
wenige Wochen alter Sohn versterben an der Unfallstelle. Die beiden 
Insassen des Kleinbusses werden schwerverletzt.
6.
26. August, 14.54 Uhr, auf seiner Fahrt in Richtung Bad Bederkesa 
gerät ein 48-jähriger Motorradfahrer auf der L119 zwischen der 
Kanalbrücke und dem Kreisverkehr in den Gegenverkehr und kollidert 
dort mit einem Daimler-Benz-Pkw.
Das Motorrad fängt Feuer, der Motorradfahrer stirbt an der 
Unfallstelle.
Eines wird bei dieser Reihe von Unfällen deutlich. Die Kollision 
mit dem Gegenverkehr birgt besondere Risiken für Motorrad- und 
Autofahrer. Die enorme Energie eines Aufpralls bei knapp 100 km/h auf
ein Hindernis entspricht dem eines Sturzes aus ca. 37 m Höhe. Bei 
Zusammenstößen mit dem Gegenverkehr sind diese Werte schnell 
erreicht, weil sich die Geschwindigkeiten der beiden beteiligten 
Fahrzeuge nicht aufheben sondern addieren.
Als Gründe für solche Kollisionen sieht der 
Verkehrssicherheitsberater, Bernd Osterndorf, fünf 
Hauptunfallursachen: Nicht angepasste Geschwindigkeit vor allem in 
Kurvenbereichen, Fehler beim Überholen durch Unterschätzung der 
Geschwindigkeit  des Gegenverkehrs und aggressives Verhalten sowie 
Übermüdung und Leichtsinnigkeit durch Alkohol- und Drogeneinfluss.
Weiterhin wird aus dem bisherigen Unfallgeschehen deutlich, dass 
der Motorradverkehr an Bedeutung zugenommen hat. Gerade der Unfall 
auf der L119 bei Lintig deutet auf einen landesweiten Trend hin nach 
dem das Gros der Unfallopfer die 30 Jahre bereits klar überschritten 
hat. Die Erfahrungen aus dem Pkw-Alltag können scheinbar nicht 
nahtlos auf den Wochend-Trip der Biker übertragen werden.
Die Polizei will ihre bisher intensive Verkehrssicherheitsarbeit 
speziell in den o.g. Bereichen verstärken. Dabei sollen sowohl 
Informations- und Beratungsangebote forciert aber auch die Kontrollen
in Bezug auf die Unfallursachen verstärkt werden.
Diese Kontrollen werden durch die örtlich zuständigen Dienststellen 
in den beiden Landkreisen Cuxhaven und Wesermarsch durchgeführt und 
speziell die Überwachung von Überholverboten und 
Geschwindigkeitsbegrenzungen umfassen, sowie gezielt auf die 
Verfolgung von Aggressionsdelikten im Straßenverkehr abgestimmt sein.
Aber nicht die Arbeit der Polizei allein kann zum Erfolg führen, 
Prävention ist auch im Unfallsektor immer Teamarbeit. Die Polizei ist
daher besonders auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und 
Partnern für Verkehrssicherheit angewiesen.

Rückfragen bitte an:

Bernd Osterndorf, PHK
Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 04721/573-259
http://www.polizei.niedersachsen.de/dst/pdol/cuxhaven/

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