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BGH stärkt Rechte von Prämiensparern
Zinsnachzahlungen lassen sich jetzt durchsetzen

Lahr (ots)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 9. Juli 2024 eine bahnbrechende Entscheidung in Bezug auf die Anpassung von Zinsen in Prämiensparverträgen verkündet. Die Entscheidung macht auf seit Jahren schwelende Rechtsfragen endlich einen Deckel drauf. Klar war bisher, dass Banken aufgrund mangelhafter Klauseln Zinsen an ihre Kunden nachzahlen mussten. Der BGH hat jetzt einen Referenzzinssatz festgelegt. Die Rechte der Verbraucher werden aus Sicht der Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer durch die BGH-Entscheidung zu Prämiensparverträgen erheblich gestärkt. Betroffene Verbraucher sollten jetzt die Möglichkeit nutzen, Zinsnachzahlungen bei ihren Banken und Sparkassen einzufordern. Dr. Stoll & Sauer empfiehlt die kostenlose Erstberatung durch Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht im Online-Check.

Kreditinstitute rechnen für Prämiensparer zu niedrige Zinsen ab

Prämiensparverträge waren in den 1990er- und 2000er-Jahren eine beliebte Möglichkeit, Vermögen anzusparen. In der Vergangenheit hatten Banken jedoch die Zinssätze für die Prämienzahlungen oft einseitig zu ihren Gunsten angepasst. Bereits 2004 stufte der BGH diese Praxis als rechtswidrig ein, ließ jedoch die genaue Methode zur Zinsberechnung offen. Verbraucherschützer waren deshalb mit Musterklagen gegen zwei Sparkassen vorgegangen, die Prämiensparverträge mit Kunden abgeschlossen hatten. Jetzt können nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) zahlreiche Kunden von Sparkassen und Volksbanken auf erhebliche Nachzahlungen hoffen. Der Streitpunkt im aktuellen Verfahren war die Berechnung der Zinsen dieser Verträge. Der BGH entschied, dass die Zinsen anhand der Durchschnittsrenditen börsennotierter Bundeswertpapiere berechnet werden dürfen. Die auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer fasst die wichtigsten Streitpunkte des Verfahrens kurz zusammen:

  • Im Mittelpunkt der Entscheidung stand die Frage der korrekten Zinsanpassungsklauseln in langfristigen Prämiensparverträgen, die von vielen Kreditinstituten in der Vergangenheit zu niedrig angesetzt wurden. Der XI. Zivilsenat des BGH entschied, dass die Zinsanpassungen auf Basis der Umlaufrenditen börsennotierter Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von über 8 bis 15 Jahren erfolgen müssen (Az.: XI ZR 44/23 und XI ZR 40/23).
  • Das Problem war, dass in vielen Prämiensparverträgen unklare Klauseln enthalten waren, die den Banken zu viel Spielraum ließen, die Zinssätze einseitig und zu ihrem Vorteil anzupassen. Der BGH betonte, dass solche Klauseln unzulässig sind und die Zinsanpassungen nachvollziehbar und fair gestaltet sein müssen.
  • Verbraucherschutzorganisationen argumentierten, dass die Zinsen in vielen Fällen zu niedrig angepasst wurden, was zu erheblichen Verlusten für die Sparer führte. Das Urteil des BGH unterstützt diese Ansicht und fordert Nachzahlungen für die zu niedrig berechneten Zinsen.
  • Ein zentraler Streitpunkt war, welcher Referenzzinssatz für die Anpassung der variablen Zinssätze verwendet werden sollte. Der BGH entschied, dass die Umlaufrenditen börsennotierter Bundesanleihen mit langer Fristigkeit als Basis für die Zinsanpassungen dienen müssen, um eine faire und stabile Verzinsung zu gewährleisten.
  • Die Frage der Verjährung war ebenfalls umstritten. Viele Sparer haben erst spät erkannt, dass sie möglicherweise zu wenig Zinsen erhalten haben. Der BGH stellte klar, dass die dreijährige Verjährungsfrist erst ab dem Zeitpunkt beginnt, an dem der Sparer von der Unwirksamkeit der Zinsanpassungsklausel Kenntnis erlangt.

Fazit der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer: Das Urteil ist ein großer Erfolg für die Verbraucher und wird voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf zukünftige Prämiensparverträge haben. Betroffene Sparer sollten nun ihre bestehenden Verträge überprüfen lassen und gegebenenfalls Nachzahlungen einfordern. Die auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer empfiehlt eine kostenlose Erstberatung im Online-Check.

Fragen und Antworten zum Prämiensparen und BGH-Verfahren

Was ist ein Prämiensparvertrag? Ein Prämiensparvertrag ist ein langfristiger Sparvertrag, den viele Sparkassen und Volksbanken ihren Kunden angeboten haben. Neben einer Basisverzinsung bietet dieser Vertrag Prämien, die mit der Laufzeit des Sparvertrags ansteigen. Diese Prämien können nach mehreren Jahren bis zu 50 Prozent der jährlichen Spareinlage erreichen. Im Jahr 2021 gab es etwa 1,1 Millionen Prämiensparverträge in Deutschland, aktuellere Zahlen liegen der Finanzaufsicht Bafin nicht vor. Seither dürfte die Zahl deutlich gesunken sein, weil Institute - soweit rechtlich möglich - teilweise ganze Vertragsjahrgänge kündigten.

Worum ging es im BGH-Urteil vom 9. Juli 2024? Im BGH-Urteil vom 9. Juli 2024 ging es um die korrekte Anpassung der Zinsen in Prämiensparverträgen. Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Zinsen sich an den Durchschnittsrenditen börsennotierter Bundeswertpapiere orientieren sollen, um eine faire und transparente Berechnungsgrundlage zu schaffen.

Warum mussten Sparkassen und Volksbanken die Zinsen anpassen? Die Sparkassen und Volksbanken hatten die Zinssätze in Prämiensparverträgen häufig einseitig und zu ihren Gunsten angepasst. Diese Praxis wurde bereits vor 20 Jahren als rechtswidrig eingestuft. Das aktuelle Urteil des BGH klärt nun, dass die Zinsen nach den Durchschnittsrenditen börsennotierter Bundeswertpapiere berechnet werden müssen, um die Zinsanpassungen gerecht und nachvollziehbar zu gestalten.

Welche Auswirkungen hat das BGH-Urteil für die Sparer? Durch das BGH-Urteil können viele Sparer nun auf erhebliche Nachzahlungen hoffen, da die Zinsen in der Vergangenheit oft zu niedrig angesetzt wurden. Die betroffenen Kunden sollten ihre Prämiensparverträge überprüfen lassen und gegebenenfalls Nachzahlungen einfordern. Verbraucherschutzorganisationen bieten hierfür spezielle Rechenservices an.

Wie können betroffene Sparer ihre Ansprüche geltend machen? Betroffene Sparer sollten ihre Verträge von einem spezialisierten Anwalt prüfen lassen. Sie können ihre Bank oder Sparkasse schriftlich auffordern, die Zinsen seit Vertragsbeginn gemäß den BGH-Vorgaben nachzuberechnen. Sollte die Bank dies ablehnen, können die Sparer rechtliche Schritte einleiten, um ihre Ansprüche durchzusetzen.

Was müssen Sparer im Hinblick auf Verjährungsfristen beachten? Die dreijährige Verjährungsfrist beginnt ab dem Zeitpunkt, an dem der Sparer von der Unwirksamkeit der Zinsanpassungsklausel Kenntnis erlangt. Betroffene sollten schnell handeln, um ihre Ansprüche nicht zu verlieren. Es kann sinnvoll sein, mit der Bank einen Verjährungsverzicht zu vereinbaren, bis eine rechtskräftige Entscheidung vorliegt. Die auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Verbraucherkanzlei Dr. Stoll & Sauer empfiehlt eine kostenlose Erstberatung im Online-Check.

Dr. Stoll & Sauer gehört zu den führenden Verbraucherkanzleien

Bei der Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH handelt es sich um eine der führenden Kanzleien im Verbraucher- und Anlegerschutzrecht. Mit der Expertise von 25 Anwälten und Fachanwälten steht die Kanzlei in allen wichtigen Rechtsgebieten den Mandanten in den Standorten Lahr, Stuttgart und Ettenheim zur Verfügung. Die Kanzlei ist unter anderem auf Bank- und Kapitalmarktrecht sowie den Abgasskandal spezialisiert. Hinzu kommen die Themen Arbeits-, Verkehrs-, IT-, Versicherungs- und Verwaltungsrecht. Die Gesellschafter Dr. Ralf Stoll und Ralph Sauer führten die Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG, handelten für 260.000 Verbraucher einen 830-Millionen-Vergleich aus. Aktuell führen die Inhaber in einer Spezialgesellschaft die Musterfeststellungsklage gegen die Mercedes-Benz Group AG. In erster Instanz konnte das Verfahren gewonnen werden. Im JUVE-Handbuch 2019/2020 wird die Kanzlei für ihre Kompetenz beim Management von Massenverfahren als marktprägend erwähnt.

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