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Presseinformation und Terminankündigung
"Bienen und Bauern retten": Anhörung im EU-Parlament am 24. Januar 2023

Berlin/Brüssel (ots)

1,1 Millionen Europäer*innen fordern ein Ende des Pestizideinsatzes. Die Anhörung im EU-Parlament am 24.1.2023 kann per Livestream verfolgt werden. Erwartet wird eine lebhafte Diskussion. Gegen den Vorschlag der EU-Kommission, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, wehrt sich die Agrarindustrie heftig.

Am Dienstag, 24. Januar, findet im EU-Parlament in Brüssel eine wichtige Anhörung statt: Es werden die Forderungen von 1,1 Millionen Europäer*innen gehört, die bei der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) "Bienen und Bauern retten" mitgemacht haben. Um die Krise der biologischen Vielfalt zu bewältigen, fordern sie, den Einsatz synthetischer Pestizide in der EU bis 2030 um 80 Prozent zu reduzieren und sie bis 2035 vollständig abzuschaffen. Weitere Forderungen sind die Wiederherstellung verlorener Artenvielfalt in ländlichen Gebieten und die Unterstützung bäuerlicher Betriebe bei der Umstellung auf ökologische Anbaumethoden. Im EU-Parlament werden die EBI-Themen vorgestellt. Die Abgeordneten können diese kommentieren und Fragen stellen.

Thomas Radetzki, Vorstand der Aurelia Stiftung:

"Die Weltnaturschutzkonferenz hat erst kürzlich daran erinnert, dass es kein Zögern beim Artenschutz mehr geben darf. Bis 2030 könnten selbst bei einer vorsichtigen Schätzung schon etwa zehn Prozent aller Insektenarten aussterben. Der generelle Rückgang der Insektenmasse gefährdet die Nahrungsketten in unseren Landschaften. Ein konsequenter Pestizidausstieg ist essentiell für Biene, Mensch und Natur. Insbesondere unsere Bestäuber sind unersetzlich und wenn sie einmal ausgestorben sind, kann sie kein Chemiekonzern wieder zurückbringen. Rund die Hälfte der Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative zur Pestizidreduktion sind aus Deutschland gekommen. Wir erwarten von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir bei der Grünen Woche ein deutliches Bekenntnis zu einem Ausstieg aus chemisch-synthetischen Pestiziden wie Glyphosat und anderen bienengefährlichen Ackergiften."

Inhaltliche Schwerpunkte der EBI-Anhörung:

  • Assistenzprofessor Jeroen Candel wird u.a. die Schwächen der Folgenabschätzungen aufzeigen. Er initiierte einen von 739 Wissenschaftler*innen aus ganz Europa unterzeichneten Appell für eine ehrgeizige Pestizidverordnung.
  • Die Bodenwissenschaftlerin Professor Violette Geissen wird Einblicke in die neuesten Studienergebnisse zu Pestizidrückständen und der Cocktailwirkung von Pestiziden auf die Gesundheit und die Umwelt geben.
  • Der französische Landwirt Jean-Bertrand Lozier wird berichten, wie er den Pestizideinsatz in seinem 80 Hektar großen Ackerbaubetrieb ohne Produktionseinbußen um 80 Prozent reduziert hat, während er seinen Gewinn steigerte und seine Arbeitsbelastung verringerte.

Teilnahmeinformationen für die EBI-Anhörung (online):

Die EBI-Anhörung findet am Dienstag, 24. Januar, von 14.30 bis 18.30 Uhr im EU-Parlament statt. Zum Livestream: https://ots.de/hjJ9DA

Hintergrund:

Die Aurelia Stiftung hatte die EBI in einem breiten Bündnis von zivilgesellschaftlichen Organisationen Ende November 2019 gestartet. Die Anhörung im EU-Parlament findet nun zu einem wichtigen Zeitpunkt statt. Gegen den Vorschlag der EU-Kommission, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, wehrt sich die Agrarindustrie heftig. Sie hat 19 Länder im EU-Rat im Dezember 2021 davon überzeugt, die EU-Kommission um eine neue Folgenabschätzung zu bitten, um über mögliche Produktionsverluste und Nahrungsmittelengpässe im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine zu berichten. Dies führt zu einer erheblichen Verzögerung, die den EU "Green Deal" zum Scheitern bringen könnte. Sowohl die Verordnung zur Reduzierung von Pestiziden als auch ein neues Gesetz zur Wiederherstellung der Natur sind Teil des EU "Green Deal" und der "Farm to Fork"-Strategie. Die Pläne werden im EU-Rat und im Parlament diskutiert und sollen noch in diesem Jahr zu einer endgültigen Entscheidung führen.

+++ HINWEIS FÜR INTERVIEWS UND O-TÖNE +++

Die Aurelia Stiftung wird sich bei der "Wir haben es satt"-Demonstration am Samstag, 21.1.2023, beteiligen. Für O-Töne zur EBI-Anhörung steht Ihnen Aurelia-Vorstand Thomas Radetzki am Rande der Demo gern zur Verfügung. Zum Thema Biodiversität ist Aurelia-Vorständin Dr. Madlen Ziege Ihre Ansprechpartnerin. Für Interviews zum Thema Bienen und Gentechnik wenden Sie sich bitte an Bernd Rodekohr, Leiter der Kampagne "Schützt die Biene vor Gentechnik". Bei Interesse melden Sie sich bitte telefonisch direkt bei Herrn Radetzki (Mobil: 0171 336 65 69) bzw. Dr. Madlen Ziege (Mobil: 0157 73 88 31 01) bzw. Herrn Rodekohr (Mobil: 0175 481 63 32).

Weitere Informationen:

Pressekontakt:

Thomas Radetzki (Vorstand der Aurelia Stiftung):
thomas.radetzki@aurelia.stiftung.de - Mobil: +49 (0)171 336 65 69

Annika Natus (Leitung Presse- & Öffentlichkeitsarbeit):
annika.natus@aurelia-stiftung.de - Tel.: +49 (0)30 577 00 39 66

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