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Rheinische Post: Schlechtes Zeugnis

Düsseldorf (ots)

Kommentar von Antje Höning
Die Zahl der Auswanderer aus Deutschland steigt. Vielen gelten 
Emigranten als undankbar: Da nutzen sie jahrelang das kostenlose 
deutsche Schulsystem und machen sich vom Acker, wenn es im Ausland 
mehr Geld gibt, heißt es an den Stammtischen. Das ist Unsinn. Wer 
nicht der Liebe wegen geht, verlässt das Land meist wegen schlechter 
Arbeitsbedingungen. Wie Wissenschaftler, die anderswo frei von 
Bürokratie und besser bezahlt forschen können; wie Klinikärzte, die 
36-Stunden-Dienste leid sind. Dieser "Brain Drain", diese Abwanderung
von Geist, stellt dem deutschen Arbeitsmarkt ein schlechtes Zeugnis 
aus.
Das gilt auch mit Blick auf die Zuwanderer. Vor allem die Zuwanderung
von Pflegekräften aus Osteuropa nimmt zu. Die alternde deutsche 
Gesellschaft braucht immer mehr Pfleger und bringt zugleich immer 
weniger junge Menschen hervor, die die schwere und schlecht bezahlte 
Arbeit machen wollen. Dieses Problem nimmt weiter zu. Umso 
ärgerlicher ist es, dass Deutschland trotz jahrelangen Gezerres noch 
immer kein Einwanderungs-Gesetz hat, das sich an den Bedürfnissen des
Arbeitsmarktes orientiert. Die USA, Skandinavien und die Schweiz 
zeigen, wie sich so der Wohlstand steigern lässt.

Pressekontakt:

Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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