Rheinische Post: Bahn schraubt an den Preisen Kommentar Von Klaus Peter Kühn
Düsseldorf (ots)
Mit der Tariferhöhung im Dezember kassiert die Bahn das Entgegenkommen des vergangenen Jahres wieder ein, als sie auf eine Preisrunde verzichtete. Rein rechnerisch kommt das hin, schlägt die angekündigte Erhöhung doch doppelt so stark zu Buche wie bei der bislang letzten aus dem Jahr 2009. Die massiven Qualitätsprobleme der Bahn, die vor einem Jahr den damals noch frischen Bahnchef Rüdiger Grube zur Zurückhaltung bewogen, bestehen fast unverändert fort. Deshalb haben die Kunden kaum Verständnis für den erneuten Dreh an der Preisschraube. Rein wirtschaftlich gesehen mag es durchaus Gründe dafür geben - gestiegene Kosten. Weil dies auch für die anderen Akteure auf dem Mobilitäts-Markt gilt, sind auch Autofahrer und Flieger teurer unterwegs als vor Jahresfrist. Deshalb muss die Bahn nicht fürchten, ihren steten Zuwachs an Kunden durch höhere Preise aufs Spiel zu setzen. Grube flirtet nicht länger mit dem Publikum, das weiter mit Verspätungen und Zugausfällen konfrontiert ist. Er versucht mit der Anhebung um knapp vier Prozent nicht allzu viel Aufsehen zu erregen und dennoch die Kassenlage zu verbessern. Schließlich will er in diesem Jahr den Gewinn vor Steuern und Zinszahlungen auf über zwei Milliarden Euro treiben und die Dividendenwünsche des Bundes erfüllen.
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