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Westfalenpost: Von der Arbeit

Hagen (ots)

Normalarbeitsplatz wird Ausnahme
Von Lorenz Redicker
Schon in den 70er Jahren haben Soziologen vorausgesagt, uns gehe die 
Arbeit aus. Globalisierung war damals kein Thema, es gab eine Million
Arbeitslose. Aber spätestens als Deutschland anfing, nicht nur Waren,
sondern auch Arbeitsplätze ins Ausland zu exportieren, schien sich 
die Voraussage zu bewahrheiten.
 Doch jetzt jubiliert der Arbeitsminister: Unter vier Millionen 
Arbeitslose, der Aufschwung am Arbeitsmarkt ist da. "Die Arbeit geht 
uns aus" - gilt das etwa nicht mehr?
 Fakt ist: Wir haben eben noch immer fast vier Millionen Arbeitslose,
für viele, die doch arbeiten wollen, besteht kaum Hoffnung, dass sie 
je wieder eine Stelle finden. Dazu gibt es immer mehr schlecht 
bezahlte Jobs - so schlecht, dass die Menschen, die diese Arbeit 
dennoch annehmen, davon kaum selbst leben können, geschweige denn 
eine Familie zu ernähren imstande wären. Praktikanten werden 
bisweilen gar nicht bezahlt, und sei der Praktikant noch so 
qualifiziert. Schließlich steigt die Zahl der befristeten Stellen 
unaufhörlich.
 Das alles heißt: Der Normalarbeitsplatz, eine unbefristete 
Vollzeitstelle, die den Mann oder die Frau ordentlich ernährt, ist 
nur mehr ein Minderheitenmodell, das sogenannte Prekariat stellt die 
Mehrheit. Und daran wird sich so schnell nichts ändern, Aufschwung 
hin oder her. Auch deshalb diskutiert das Land über Mindestlöhne und 
Grundsicherung. Der Mindestlohn würde allein die schlecht Bezahlten 
entlasten; die Grundsicherung, das entgegengesetzte Modell, 
tatsächlich Freiheit von der Arbeit bringen. Aber so weit, das lässt 
sich am Tag der Arbeit sicher sagen, so weit ist dieses Land noch 
nicht.

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Telefon: 02331/9174160

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