Erinnern in der Zukunft - 3sat-Dokumentation über die neue Dauerausstellung im KZ Buchenwald
Mainz (ots)
Dienstag, 31. Mai 2016, 22.25 Uhr Erstausstrahlung
Rund 70 Jahre nach der Befreiung des KZs Buchenwald ist für die Gedenkstätte die entscheidende Frage: Wie kann dieser wichtige Ort der deutschen Geschichte "zukunftsfähig" gestaltet werden? Wie kann ein Erinnern in der Zukunft möglich gemacht werden, wenn die letzten Zeitzeugen nicht mehr am Leben sind? "Wird der Holocaust für die jungen Menschen in Zukunft so etwas sein wie der 30-jährige Krieg oder die Teutoburger Schlacht - etwas, was man büffeln muss? Was werden jungen Leute wissen wollen?" Eine wichtige Frage, die sich der 87-jährige Buchenwald-Überlebende Ivan Ivanji stellt. Filmautor Siggi Ressel hat für seinen Film "Buchenwald. Nächste Generation" mit Zeitzeugen gesprochen und die Arbeit an der Gedenkstätte dokumentiert: von den Feierlichkeiten zur 70-jährigen Befreiung des Lagers im April 2015 über den Aufbau einer neuen Dauerausstellung ab Mitte des Jahres 2015 bis zu deren Eröffnung im April 2016.
Gut sieben Jahrzehnte sind seit der Befreiung der Konzentrationslager vergangen. In absehbarer Zeit werden Zeitzeugen fehlen, die das Lager überlebt haben und Auskunft geben könnten - eine Lücke in der direkten Überlieferung der Gräueltaten, die nicht mehr zu schließen sein wird. Neue Wege sind gefragt, um die Denkmäler der politischen und rassischen Verfolgung für die nächsten Generationen erfahrbar zu machen: Um weiter deutlich zu machen, der Zivilisationsbruch, die NS-Verbrechen sind hier, genau an diesem Ort geschehen. Und um damit die Fragestellung nach dem "Warum?" weiter deutlich in unsere Gesellschaft hinein zu artikulieren.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte KZ Buchenwald haben sich offensiv mit dem Sinn und der Wirkung dieses Ortes auseinandergesetzt, ihn in vielerlei Hinsicht neu und "anders" gedacht und nach modernen Darstellungsformen gesucht, um das vermeintlich Unvorstellbare sinnlich wie intellektuell erfahrbar zu machen. Diesen Prozess hat Siggi Ressel mit seinem Team über ein Jahr lang begleitet; die filmemacherische Herausforderung bestand ebenfalls darin, den Ort, das nahezu leere Gelände des ehemaligen KZs, mit der Kamera zu "entdecken". Ressel hat zahlreiche Interviews zu diesen Überlegungen geführt: mit dem ehemaligen Buchenwaldhäftling Ivan Ivanji, mit den Architekten Barbara Holzer und Roland Lehnen sowie mit den Direktoren der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald Volkhard Knigge und Rikola-Gunnar Lüttgenau.
Wer einen ersten Eindruck von dem Projekt gewinnen möchte, kann einen "Kulturzeit"-Beitrag vom 19. April (5.25 Min) anschauen, in dem Siggi Ressel bereits über die Eröffnung der Dauerausstellung berichtete: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=58511.
Hinweis für Journalisten:
Einen Artikel von Filmautor Siggi Ressel, erschienen im "3sat TV- & Kulturmagazin" (2/2016), finden Sie hier: https://pressetreff.3sat.de/programm/programmhinweise/artikel/das-grauen-fuer-die-naechste-generation-erfahrbar-machen/
Pressebilder liegen hier für Sie bereit: https://presseportal.zdf.de/presse/buchenwald
Der Filmemacher hat einen begleitenden Blog verfasst: http://news.ar-film.de/
Die Preview des Films findet am Samstag, 28. Mai 2016, um 18.00 Uhr im Lichthaus Weimar statt. Details zu der Veranstaltung der Produktionsfirma a+r Film in Verbindung mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora finden Sie hier: http://www.buchenwald.de/47/date/2016/05/13/buchenwald-naechste-generation/
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