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Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Umweltschäden an Denkmälern mit über 184 Millionen Mark bekämpft
Deutsche Bundesstiftung Umwelt zieht zum "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag Bilanz - Unterstützung für Fachwerkzentrum Quedlinburg

Osnabrück (ots)

Über 184 Millionen Mark hat die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück)  seit Aufnahme ihrer Arbeit 1991 in
den Schutz und die Bewahrung umweltgeschädigter Kulturgüter
investiert. Von den 404 Projekten entfallen mit 321 knapp 80 Prozent
auf die ostdeutschen Bundesländer. Sie profitieren mit 149 Millionen
Mark überproporzional von den Mitteln der größten Umweltstiftung
Europas. Diese Zahlen nannte heute Generalsekretär Fritz Brickwedde
anlässlich des am Sonntag bevorstehenden "Tages des offenen Denkmals"
in Osnabrück. Dabei setze die Stiftung nicht nur auf investive
Maßnahmen zum Schutz umweltgeschädigter, national wertvoller
Kulturgüter. Verstärkt baue sie auf die Aus- und Weiterbildung der
Experten und die inhaltliche Verschmelzung von Ökologie und
Denkmalpflege.
Brickwedde verwies auf die Hilfe der Stiftung beim Aufbau einer
Serviceleitstelle für ökologische Innovation und Denkmalpflege im
Fachwerkzentrum Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Mit einer Finanzspritze
von 190.000 Mark sei es gelungen, das Gebäude mit Büro- und
Schulungsräumen sowie einer Werkstatt fertig zu stellen und Partner
für das Zentrum zu finden. Brickwedde: "Unter schwierigen Bedingungen
hat das Fachwerkzentrum nun eine Basis, auf deren Grundlage weitere
Schritte unternommen werden müssen." Das Kultusministerium
Sachsen-Anhalts unterstütze die Gründung und suche mit anderen
Landesministerien nach Möglichkeiten, die Arbeit finanziell zu
sichern.
Dies sei um so wichtiger, gelte doch der Harz als
"Fachwerklandschaft Deutschlands". Die Stadt Quedlinburg mit ihrem
reichhaltigen Bestand gehöre zum Weltkulturerbe der UNESCO. Über
Quedlinburg hinaus finde sich im gesamten Harzraum eine
weitverbreitete Fachwerkbauweise, wie sie zum Beispiel in den Städten
Halberstadt und Wernigerode noch zu sehen sei. Deren älteste
Exemplare reichten bis in das Mittelalter zurück. Allein in den
Landkreisen Quedlinburg, Wernigerode, Halberstadt und Aschersleben
werde der Bestand an wertvollen Fachwerkhäusern auf 4.000 bis 5.000
geschätzt.
Für die Zukunft des Zentrums sei von Bedeutung, dass es regional
und überregional Akzeptanz schaffe. Neben dem "Alltagsgeschäft
Beratung im Einzelfall" solle es zukünftig auch größere Projekte
durchführen, die Ökologie und Denkmalpflege vereinen. Es müssten die
grundsätzlichen Fehler im konventionellen Bauen und Sanieren und
zukunftsorientierte Standards aufgezeigt werden. Es müssten Methoden
des modernen Fachwerk- und Holzrahmenbaus und neue Tendenzen im
ökologischen Bauen und Sanieren vorgestellt werden. Dazu habe die
Stiftung jetzt eine weitere Anschubfinanzierung in Höhe von 190.000
Mark bereit gestellt.
Umweltbelastungen in Verbindung mit Feuchtigkeit schädigten
nämlich seit Jahrzehnten denkmalgeschützte Fachwerkgebäude. Gerade
Sachsen-Anhalt, wo die Stiftung über 100 Projekte mit rund 45
Millionen Mark angeschoben habe, habe vor der Wende zu den am
stärksten belasteten Regionen Deutschlands gehört. Schädigend gewesen
seien die mit Braunkohlefeuerung betriebenen Heizungsanlagen und nach
der Wende die enorme Steigerung des Kraftfahrzeugverkehrs in den
Innenstädten. Eine positive Entwicklung zur Schadstoff- und
Energieverbrauchsminderung in den Wohnhäusern könne durch gelungene
Beispiele und Weiterbildung gestärkt werden. Die Denkmäler sollten
unter den Gesichtspunkten des nachhaltigen Bauens und der
Berücksichtigung ökologischer Aspekte saniert werden.
Neben der Beratung der einzelnen Architektur- und Ingenieurbüros
oder der jeweiligen Eigentümer komme einer systematischen
Weiterbildung eine wichtige Rolle zu, die Ökologie und Denkmalpflege
miteinander verknüpfe. Das Deutsche Fachwerkzentrums könne potenziell
als Weiterbildungsstätte über 1.000 Zimmerer- und Dachdeckerfirmen
ansprechen. Hinzu kämen Betriebe der produzierenden Industrie, die in
die Fragen einer ökologischen Sanierung einbezogen werden müssten.
Dem Ansatz, Ökologie und Denkmalschutz zu vernetzen, folge auch
ein weiteres Modellprojekt der Stiftung in Halberstadt. Mit über
400.000 Mark fördere sie den Erhalt eines historischen
Fachwerkensembles im Altstadtkern, eines der wenigen baulichen
Zeugnisse bedeutender jüdischer Kultur, die die Herrschaft der
Nationalsozialisten überlebt haben und in dem nun eine
Begegnungsstätte für jüdische Geschichte entstehen soll. Der Umbau
solle durch Anbau einer modernen, dem Umfeld angepassten
Baukonstruktion geschehen. Die Stiftung stelle Mittel für den
modellhaften Erhalt der historischen Fachwerkkonstruktion,
insbesondere der Holzbauteile, bereit.
Mit den Möglichkeiten handwerklicher Technik solle versucht
werden, möglichst viel Originalsubstanz zu erhalten und zukünftigen
Schäden vorzubeugen. Besondere restauratorische Untersuchungen
erforderten die Darstellungen und Ornamente an der Hauptfassade des
Fachwerks. Wichtiger Bestandteil der Sanierung werde auch die
Verbesserung der Wärmedämmung sein. Beim Holzschutz solle auf
chemische Produkte möglichst verzichtet werden. Anstriche sollten auf
Naturbasis (z.B. Leinöle) vorgenommen werden, um eine ökologische und
kostengünstige spätere Wartung zu ermöglichen. In verschiedenen
Veranstaltungen sollten Vorgehensweisen und Ergebnisse den
handwerklichen Betrieben der Region, den Studenten der Technischen
Universität Braunschweig und Experten vermittelt werden. Partner wird
auch hier das Deutsche Fachwerkzentrum in Quedlinburg sein.
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Für Rückfragen:
Franz-Georg Elpers
Tel. 05 41/96 33-521
Fax 05 41/96 33-198
E-Mail:  fg.elpers@dbu.de

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