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Nachhaltige Bildung im Mangroven-Sumpf von Bremen

Osnabrück (ots)

DBU fördert Neugestaltung im Überseemuseum - Wirtschaft, Kultur 
   und Umwelt Asiens im Fokus
Wenn Besucher des Überseemuseums in Bremen mehr über Asiens
"Mangroven" erfahren wollten, mussten sie sich bis vor einigen
Monaten mit drei Baumwurzeln in einer Wandvitrine und eine
Schemazeichnung über die Entwicklung der Sumpfpflanze begnügen.
Dieses Bild gehört nun der Vergangenheit an: Mit finanzieller
Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Höhe von
125.000 Euro haben die Bremer dem rasanten Wandel Asiens Rechnung
getragen und die Ausstellung neuen Gegebenheiten angepasst. "Wir
zeigen den Besuchern Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Kultur und
Umwelt", erläutert Museums-Direktorin Dr. Wiebke Ahrndt im
Abschlussbericht. Über Ländergrenzen hinweg würden Komplexe wie
Riesenstädte, Religion, Handel oder Landwirtschaft zusammen
dargestellt und mit der übergeordneten Frage nach dem Umgang mit
natürlichen Ressourcen in Verbindung gebracht. "Eine gelungene
Neugestaltung", lobt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.
Optisch fällt der Reis in Bremen den Mangroven durch geschickte
Spiegelungseffekte in den Rücken - jedenfalls, was die räumliche
Themen-Aufteilung im Museum betrifft. In Asien gäbe es aber
Synergieeffekte: "Die Sümpfe gelten immer noch als nutzloses und
damit wertloses Brachland, die durch den flächenintensiven Reisanbau
aufgewertet werden könnten", weiß Ahrndt. In einem Computerterminal
erfahren Besucher, dass durch den Nassreisanbau jährlich 60 Millionen
Tonnen des klimaschädlichen Methangases in die Atmosphäre freigesetzt
werden. "Eine zur Zeit diskutierte Lösung wäre, das Reisstroh nach
der Ernte nicht auf den Feldern verrotten zu lassen", verrät die
Direktorin. Mit finanzieller Unterstützung der DBU stellt das
Überseemuseum nicht nur die botanischen Ansprüche der typisch
asiatischen Tee-, Tabak- und Gewürzpflanzen vor. Es geht auch auf die
handelsgeschichtliche Bedeutung ein. "Kardamom, Zimt- und Pigmentbaum
wachsen als Lebendpflanzen im Lichthof", betont Ahrndt.
Echte Mangrovenbaum-Arten holte ein Übersee-Mitarbeiter extra aus
Vietnam nach Bremen: Um einiges anschaulicher als in einer
Wandvitrine steht eine Pflanze jetzt in einem verglasten
Drei-Meter-Würfel in der neuen Ausstellung. Zu ihren Füßen tummeln
sich die für südostasiatische Mangroven typischen Tiere bei Ebbe und
Flut. In den Kubus eingebaut ist ein Aquarium mit lebenden
Schützenfischen, die täglich um 12 Uhr vor Besuchern gefüttert
werden. Die Tiere "schießen" mit Wasserspritzern ihre Beute aus der
Luft zu sich ins kühle Nass. Schützenfische würden die Besonderheit
des gefährdeten Lebensraums 'Mangrove' unterstreichen, so Ahrndt.
Welch hoher Wert intakten Mangroven im Küstenschutz zukomme, sei beim
Tsunami in Asien deutlich geworden. "Zwei Fotofolien in der neuen
Ausstellung zeigen deutlich, dass dort, wo der natürliche
Brandungsschutz den Interessen der Menschen weichen musste, die
Naturgewalten besonders große Schäden angerichtet haben", erläutert
die Museumsdirektorin.
Das Überseemuseum Bremen präsentiere die "Welt unter einem Dach"
mit rund 1,1 Millionen Objekten zur Natur-, Völker- und Handelskunde.
"Im größten Hallenmuseum Europas werden sie nun in einem
aktualisierten Kontext und in einer europaweit einzigartigen
Themenkombination gezeigt", lobt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz
Brickwedde. Mit den geförderten Teilprojekten werde deutlich, warum
das Museum die Abschnitte "Der fragile Reichtum der Natur" nenne:
"Besucher erfahren in hoher Qualität und Dichte den Reichtum an
Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig erkennen sie aber
auch die Zerbrechlichkeit dieses schützenswerten Reichtums", meint
Brickwedde.
Ansprechpartner:
Franz-Georg Elpers
- Pressesprecher -
Katja Cherouny
Anneliese Grabara
An der Bornau 2
49090 Osnabrück 
Telefon: 0541|9633521
Telefax: 0541|9633198 
presse@dbu.de
www.dbu.de

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