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Energiebranche: Europäische Unternehmen setzen auf Expansion und Energiehandel

Frankfurt am Main (ots)

PricewaterhouseCoopers: Electricité de France (EDF), E.ON und RWE
etablieren sich als führende europäische Anbieter / Branche
erwirtschaftet weniger Umsatz mit traditionellen Geschäftsbereichen /
Bedeutung von Markenbindung und Kundenservice steigt
Durch Fusionen und Übernahmen hat sich der europäische
Energiesektor in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Zur
Spitzenliga des europäischen Energiemarktes zählen heute die
Unternehmen Electricité de France (EdF), E.ON, RWE, Endesa,
Vattenfall sowie Enel. Drei von ihnen - Electricité de France (EdF), 
E.ON und RWE - sind auf Grund ihrer Größe und Marktpräsenz dabei,
sich als die führenden europäischen Anbieter zu etablieren und sich
für den globalen Wettbewerb mit den Energieriesen auf dem Weltmarkt
zu positionieren.
Dennoch ist die Neuordnung der Branche in Europa bei weitem noch
nicht abgeschlossen, sondern noch in vollem Gange: Die Unternehmen
planen weiterhin Fusionen und Übernahmen. Dies sind die Ergebnisse
der aktuellen Studie Movers and Shapers - Utilities Europe 2002, die
PricewaterhouseCoopers jetzt veröffentlicht hat. Sie untersucht die
Marktentwicklung im europäischen Versorgungssektor sowie die
Strategie und Organisation der Unternehmen.
Energiehandel und branchenfremde Leistungen steigern Umsatz
Die Liberalisierung der Energiemärkte stellt neue Anforderungen an
die Unternehmen. Regulierungsvorschriften, technologische und
ökologische Entwicklungen sowie der Druck der Kapitalmärkte
verstärken den Trend zur organisatorischen Entkopplung der
Kern-Aktivitäten, wie zum Beispiel Stromerzeugung, Netzbetrieb,
Handel und Vertrieb. Der Umsatz aus diesen traditionellen
Geschäftsbereichen wird in Zukunft sinken.
Dagegen erwarten die Unternehmen steigende Umsätze durch neue
Aktivitäten wie kombinierte Leistungsangebote (Multi-Utilities) und
branchenfremde Leistungen. Auch der Strom- und Gashandel wird
erheblich  an Bedeutung gewinnen - ungeachtet der Ereignisse rund um
das Handelsunternehmen Enron.
Da das Geschäft mit dem Endkunden, sprich dem Verbraucher,
zunehmend wichtiger wird, müssen sich die Unternehmen verstärkt um
den Aufbau und die Pflege von Marken und insbesondere den
Kundenservice kümmern.
Prognosen von Führungskräften aus 19 europäischen Staaten
PricewaterhouseCoopers hat von November bis Dezember 2001
insgesamt 118 Führungskräfte aus europäischen Versorgungsunternehmen
jeder Größe befragt - von multinationalen Anbietern bis hin zu
Stadtwerken. Neben den Mitgliedsstaaten der europäischen Union wurden
auch Unternehmen aus Tschechien, Ungarn, Polen, Norwegen und der
Schweiz berücksichtigt. "Die Studie enthält Einschätzungen und
Prognosen hochrangiger Entscheidungsträger in den
Versorgungsunternehmen und ermöglicht damit fundierte Einblicke in
deren Strategien und Planungen", erläutert Manfred Wiegand, Partner
und Leiter des Bereiches Utilities bei PricewaterhouseCoopers
Deutschland.
Wettbewerber aus dem Finanzsektor und anderen Branchen
Den stärksten Wettbewerb erwarten die Befragten in den kommenden
zehn Jahren von Versorgungsunternehmen aus dem Heimatmarkt und dem
europäischen Ausland. Konkurrenz entsteht auch durch
Handelsspezialisten und Quereinsteiger aus anderen Branchen. Vor
allem Versorgungsunternehmen in stark liberalisierten Märkten wie
Skandinavien und Großbritannien empfinden die neuen Wettbewerber als
große Herausforderung.
Preis allein entscheidet nicht mehr - Markenbindung gefragt
Für die Mehrheit der Befragten ist der Preis nach wie vor
wichtigster Faktor zur Kundengewinnung. In liberalisierten Märkten
wie Skandinavien und Großbritannien zeichnet sich jedoch ein neuer
Trend ab: Vor allem große Anbieter halten Kundenservice und
Markenpflege mittlerweile für genauso wichtig wie die
Preisgestaltung. Die Unternehmen sind gefordert, vielfältige
kombinierte Versorgungslösungen anzubieten, um ihre Position bei den
Endkunden auszubauen und zu festigen.
Dynamische Entwicklung des Energiehandels
Der Zusammenbruch von Enron hatte offensichtlich keine
fundamentale Wirkung auf die dynamische Entwicklung des
Energiehandels. Für drei Viertel aller Befragten ist der
Energiehandel bereits heute ein Profit-Center. Etwa die Hälfte (44,7
Prozent) erwartet, dass ihre Unternehmen binnen drei Jahren auch im
spekulativen Handel in vertretbarer Weise aktiv sein werden. Nur fünf
Prozent der Befragten haben ausschließlich spekulative Absichten (14
Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre).
"Der Fall Enron könnte die Situation für reine Händler ohne
operatives Geschäft und ausreichende "Asset Base" schwieriger
machen", erläutert Manfred Wiegand. "Dennoch geht über die Hälfte der
Befragten davon aus, dass diese Händler innerhalb der nächsten fünf
Jahre eine wichtige Rolle spielen werden."
Zwei Drittel setzen auf eine Expansion innerhalb Europas
Knapp 74 Prozent der Versorgungsunternehmen setzen auf
geografische Expansion: Für 86 Prozent der großen und 77 Prozent der
mittleren Unternehmen ist Europa der wichtigste Zielmarkt.
Gleichzeitig planen die größeren Unternehmen auch eine globale
Ausdehnung: Die Hälfte denkt über eine Expansion in den
nordamerikanischen Markt nach, 28 Prozent der Unternehmen - vor allem
spanische und portugiesische - haben Süd-Amerika im Visier.
Organisches Wachstum spielt untergeordnete Rolle
Fusionen und Übernahmen, Effizienzsteigerung, organisches Wachstum
und der Aufbau neuer Leistungsfelder sind der Studie zufolge die vier
Möglichkeiten zur Steigerung des Shareholder Value von
Energieunternehmen. Vor allem die größeren europäischen
Versorgungsunternehmen setzen weiterhin auf Fusionen und Übernahmen
zur Steigerung des  Wachstums, Gewinnung von Neukunden und
Erweiterung des Produktportfolios. Die meisten dieser Unternehmen
stammen aus stark fragmentierten, nationalen Märkten, in denen die
Unternehmensgröße ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist.
Mittelgroße Anbieter bevorzugen dagegen eher Maßnahmen zur
internen Effizienzsteigerung. Organisches Wachstum und der Aufbau
neuer Leistungsfelder spielen für große und mittlere Unternehmen oft
nur eine untergeordnete Rolle. Bei den kleinen Unternehmen lässt sich
keine Präferenz für einen der Wege erkennen.
Deutsche Energieversorger führend im Umweltschutz
Obwohl die Versorgungsunternehmen beim Umweltschutz eine
entscheidende Rolle spielen, entwickeln sie anscheinend nur zögernd
umfassende Strategien. Lediglich die Hälfte der befragten Unternehmen
verfügt über eine vollständig oder teilweise operative Strategie zum
Klimaschutz. Federführend sind Deutschland, Dänemark und Italien:
Dort setzen 75 Prozent der Befragten eine solche Strategie bereits
ganz oder partiell ein.
Nach den treibenden Faktoren für den verstärkten Umweltschutz
gefragt, gaben die Mehrzahl der Befragten regulatorischen Druck an,
gefolgt von Kundenanforderungen. Damit wächst die Bedeutung des
Faktors Umweltschutz auch für die Markenpflege und die Abgrenzung vom
Wettbewerb.
Eine erhebliche Bedeutung wird in diesem Zusammenhang zum Beispiel
auch der steigende Einsatz von Gas in der Stromerzeugung erlangen.
Für die Redaktion:
PricewaterhouseCoopers ist in Deutschland mit einem Umsatz von
rund 1,4 Milliarden Euro eines der marktführenden integrierten
Dienstleistungsunternehmen im Bereich Beratung und Prüfung. Rund
11.000 Mitarbeiter arbeiten an 39 Standorten in Deutschland für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. Die breite
Palette der Dienstleistungen umfasst die Wirtschaftsprüfung, die
Steuerberatung, die Unternehmens- und Corporate Finance- sowie die
Human Resource-Beratung.
Die Studie Movers and Shapers - Utilities Europe 2002 können Sie
unter www.pwcglobal.com/de kostenlos abrufen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Manfred Wiegand
PricewaterhouseCoopers
Utilities Leader Germany
Tel.: 0211 / 981 - 2812
Fax:  0211 / 981 - 1371 
manfred.wiegand@de.pwcglobal.com
Adolf Eiber
PricewaterhouseCoopers
Industry Leader Energy Germany
Tel.: 089 / 5790 - 5100 
Fax:  089 / 5790 - 5900 
adolf.eiber@de.pwcglobal.com
Nicole Susann Roschker
PricewaterhouseCoopers
Konzernkommunikation/Presse 
Tel.: 069 / 9585 - 1669
Fax:  069 / 9585 - 3331 
nicole.susann.roschker@de.pwcglobal.com

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