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Libanon: Fast 1.300 Kinder in sechs Monaten getötet oder verletzt

Berlin/Beirut (ots)

  • Mindestens 257 Kinder getötet und 1.039 verletzt
  • Zerstörte Schulen bedrohen die Bildung tausender Kinder
  • Save the Children fordert Schutz und einen dauerhaften Waffenstillstand

Sechs Monate nach der Eskalation des Konflikts im Libanon sind fast 1.300 Kinder getötet oder verletzt worden. Das entspricht mehr als sieben Kindern pro Tag. Trotz der im Juni vereinbarten Waffenruhe sind Kinder weiterhin Gewalt, Vertreibung und den Folgen zerstörter Infrastruktur ausgesetzt, warnt Save the Children.

In den vergangenen sechs Monaten wurden mindestens 257 Kinder getötet und 1.039 verletzt. Anfang dieser Woche starb im Südlibanon ein weiteres Kind bei der Explosion einer Streubombe. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 19. Juni kamen mindestens 355 Menschen ums Leben.

"Gewalt, Vertreibung und zerstörte Infrastruktur dürfen für Kinder im Libanon nicht zur neuen Normalität werden", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. "Sie brauchen dringend Schutz und einen dauerhaften Waffenstillstand. Jeder weitere Tag, an dem die Gewalt anhält, verschärft die Folgen für ihre Zukunft."

Besonders im Südlibanon sind die Folgen des Konflikts spürbar. In rund 55 Grenzdörfern können die Menschen ihre Wohnorte wegen anhaltender Militäroperationen nur eingeschränkt erreichen. Viele zurückgekehrte Familien finden zerstörte Häuser und Infrastruktur vor. Schäden an der Wasserinfrastruktur beeinträchtigen die Versorgung von über 700.000 Menschen. Viele Kinder haben keinen verlässlichen Zugang zu medizinsicher Versorgung, Bildung und anderen grundlegenden Diensten.

"Rund 100.000 Kinder könnten im kommenden Schuljahr nicht am Unterricht teilnehmen", warnt Westphal. "Wenn Kinder monatelang nicht zur Schule gehen können, geht ihnen weit mehr verloren als Unterrichtsstoff. Schule gibt Kindern Struktur, Sicherheit und Hoffnung. Fehlt all das, sind die Folgen oft noch Jahre später spürbar."

Save the Children ist seit 1953 im Libanon tätig. Gemeinsam mit Partnerorganisationen und lokalen Behörden verteilt die Kinderrechtsorganisation lebensnotwendige Hilfsgüter und unterstützt Kinder mit psychosozialer Betreuung und Bildungsprogrammen. Zudem klärt Save the Children Familien über die Gefahren von Blindgängern auf und verbessert den Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.

Über Save the Children

Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen. Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit über 100 Jahren.

Pressekontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle
Tel.: +49 (0)30 - 27 59 59 79 - 226
Mail: presse@savethechildren.de

Original-Content von: Save the Children Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

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