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FTI-Andersch-Studie: Konsumgüterhersteller planen Abbau von Kapazitäten und Personal

FTI-Andersch-Studie: Konsumgüterhersteller planen Abbau von Kapazitäten und Personal
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FTI-Andersch-Studie: Konsumgüterhersteller planen Abbau von Kapazitäten und Personal

Keine Branche in Deutschland plant sich so stark zu konsolidieren wie die Konsumgüterindustrie. Ein Viertel (26 Prozent) der befragten Konsumgüterhersteller befindet sich in einer Restrukturierung, ein weiteres Fünftel plant dies kurz- bis mittelfristig (20 Prozent). 84 Prozent der Konsumgüterhersteller werden im Rahmen der Restrukturierung Arbeitsplätze in Deutschland abbauen oder haben sie bereits abgebaut (54 Prozent). Die Hälfte plant einen Abbau von Produktionskapazitäten (50 Prozent), die andere Hälfte setzt dies bereits um (46 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Befragung des Marktforschungsinstituts Verian (zuvor: Kantar Public) im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch.

  • 78 Prozent werden im Rahmen der Restrukturierung Standorte verlagern oder haben damit bereits begonnen
  • Jeder Vierte (26 Prozent) rechnet mit einer Insolvenzwelle
  • Fast zwei Drittel (62 Prozent) sehen in der Konsolidierung eine Chance auf Übernahmen

Beim Abbau von Arbeitsplätzen übertrifft nur der Non-Food-Einzelhandel die Konsumgüterhersteller (86 Prozent der Händler in Restrukturierung planen Abbau oder führen diesen bereits durch). Im Maschinenbau (73 Prozent) und der Automobilindustrie (41 Prozent) planen dies deutlich weniger Unternehmen, unter anderem bedingt durch den Fachkräftemangel. Beim Abbau von Produktions- und Leistungskapazitäten liegen der Maschinen- und Anlagenbau (Umsetzung 23 Prozent, in Planung 25 Prozent) und die Automobilbranche (Umsetzung 22 Prozent) ebenfalls deutlich hinter der Konsumgüterindustrie.

„Die Konsumgüterindustrie in Deutschland befindet sich in einem massiven Strukturwandel“, sagt Dorothée Fritsch, Managing Director und Konsumgüter-Expertin bei FTI-Andersch. „Die aktuellen Standortbedingungen führen dazu, dass Hersteller ihre häufig deutlich kostengünstigeren Werke in Osteuropa weiter auslasten, die Produktionskapazitäten und damit auch Personal in Deutschland jedoch vermehrt abbauen. Sie machen das konsequenter als andere produzierende Unternehmen. Was wir seit Monaten zusätzlich beobachten: Aus Kürzungen werden in erhöhtem Maße jetzt auch Schließungen.“

Standortverlagerungen befinden sich in Planung – oder sind bereits in Umsetzung

So haben 38 Prozent der befragten Konsumgüterhersteller, die sich aktuell in einer Restrukturierung befinden, angegeben, bereits mit Standort- oder Produktionsverlagerungen begonnen zu haben, 40 Prozent planen dies. Zum Vergleich: Auch 42 Prozent der Maschinenbauer in Restrukturierung planen Verlagerungen, aber dort setzen dies erst acht Prozent bereits um. Zusätzlich planen 30 Prozent der Konsumgüterhersteller, Bereiche, die außerhalb ihres Kerngeschäfts liegen, zu veräußern oder zu schließen (8 Prozent setzen dies bereits um).

„Industrie, die einmal aus Deutschland abgewandert ist, wird auf absehbare Zeit nicht zurückkommen“, sagt Dorothée Fritsch. „Größere Verwerfungen in den Lieferketten und der Warenverfügbarkeit sind hingegen nicht zu erwarten, da die neuen Produktionskapazitäten überwiegend schon aufgebaut sind und mit Osteuropa in unmittelbarer Nähe liegen.“

Die drei größten Herausforderungen, die Konsumgüterhersteller nach eigener Aussage am Standort Deutschland vorfinden: Arbeits- und Fachkräftemangel (84 Prozent), Bürokratie (82 Prozent) und Energiepreise (74 Prozent). Allgemein zeigen sich 72 Prozent mit der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland unzufrieden. Rund die Hälfte (46 Prozent) beobachtet zudem gestiegene Insolvenzen, ein Viertel (26 Prozent) würde sogar von einer „Insolvenzwelle“ sprechen. „Es sind stets die gleichen Hauptfaktoren, die seit über drei Jahren in unseren Untersuchungen genannt werden, auch wenn die Energiepreise nachhaltig an Relevanz gewonnen haben“, sagt Dorothée Fritsch.

Konsolidierungswelle wird von Mehrheit als Chance wahrgenommen

In der sich ankündigenden Konsolidierung sieht ein Großteil (62 Prozent) der befragten Unternehmen allerdings auch Chancen für mögliche Übernahmen. 40 Prozent der Hersteller prüfen bereits eine Übernahme potenziell insolventer Wettbewerber und Lieferanten. Im Gegensatz dazu sehen acht Prozent der Konsumgüterhersteller ihre eigene Existenz bei Eintreten der befürchteten Insolvenzen bedroht.

„Wir erwarten, dass nur ein geringer Anteil der Unternehmen vom Markt verschwinden wird. Wer sich jetzt aktiv auf das Unvermeidbare einstellt, der kann von der Situation profitieren – etwa durch Übernahme interessanter Ziele“, sagt Dorothée Fritsch.

Branche fokussiert sich auf Profitabilitätssteigerung bei insgesamt stabilen Geschäftsmodellen

„In der öffentlichen Diskussion steht aktuell vor allem die Automobilindustrie im Fokus“, sagt Dorothée Fritsch. „Das liegt zum einen an der hohen Relevanz als exportorientierte Basisindustrie des Standorts Deutschland. Zum anderen auch daran, dass es sich dabei nicht nur um eine Konjunktur-, sondern auch um eine Strukturkrise handelt.“

Dorothée Fritsch weiter: „In der Konsumgüterindustrie schlägt aktuell stark die Konjunktur durch, ausgelöst durch den Inflationsanstieg und Folgewirkungen der strukturellen Krisen anderer Branchen. Die Geschäftsmodelle sind auch aufgrund der lokalen Märkte im Konsumgüterbereich überwiegend intakt und der Konsolidierungsgrad ist bereits sehr hoch. In diesem Zuge beobachten wir, dass viele Konsumgüterhersteller ihre bestehenden Produkt- und Markenportfolios aktuell kritisch durchleuchten, um ihre Profitabilität im Kerngeschäft weiter zu steigern.“

Über die Untersuchung von Verian:

Das Marktforschungsunternehmen Verian (früher: Kantar Public) hat im Auftrag der Unternehmensberatung FTI-Andersch im Rahmen der Studie ‚German Economic Pulse‘ 200 Unternehmen in Deutschland aus den Branchen Automobil, Maschinen- und Anlagenbau, Konsumgüter und Handel telefonisch zu aktuellen Themenstellungen um wirtschaftlichen Ausblick, Restrukturierung, Insolvenzen, Refinanzierungen und sonstigen strukturellen Herausforderungen befragt.

Der Umsatz der Unternehmen beträgt mindestens 50 Mio. Euro. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen erwirtschaften im Jahr mehr als 500 Mio. Euro.

Über FTI-Andersch:

FTI-Andersch ist eine Unternehmensberatung, die ihre Mandanten in der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Zukunfts-/Performance- sowie Restrukturierungskonzepte unterstützt. FTI-Andersch begleitet aktiv Unternehmen, die sich mit strategischen, operativen oder finanzwirtschaftlichen Herausforderungen und Veränderungsprozessen beschäftigen müssen – oder frühzeitig Geschäftsmodell, Organisation und Prozesse zukunftsfähig ausrichten möchten.

Zu den Mandanten zählen insbesondere mittelständische Unternehmen und Konzerne, die international agieren. FTI-Andersch ist Teil der FTI-Consulting-Gruppe (NYSE: FCN) mit mehr als 8.300 MitarbeiterInnen weltweit.

www.fti-andersch.com

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