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LAG Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V. - Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz

"Ohne Gewalt leben, Mann": Neue Abreißzettel machen Hilfe für gewaltbetroffene Männer sichtbar

"Ohne Gewalt leben, Mann": Neue Abreißzettel machen Hilfe für gewaltbetroffene Männer sichtbar
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Dresden (ots)

Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz veröffentlicht kostenlose Vorlage zum Selbstausdrucken

Männer, die häusliche Gewalt erleben, brauchen niedrigschwellige Informationen und eine Ansprache, in der sie sich wiederfinden. Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) stellt deshalb neue Abreißzettel der Kampagne "Ohne Gewalt leben, Mann" zur Verfügung. Die Vorlage kann ab sofort kostenlos über die Website heruntergeladen, selbst ausgedruckt und beispielsweise in an schwarzen Brettern in Supermarkt und Uni, aber auch Beratungsstellen, Behörden oder anderen öffentlichen Einrichtungen aufgehängt werden.

Der Abreißzettel spricht Männer direkt an: "Wirst du durch Deine Partnerin oder Deinen Partner bedroht, kontrolliert, eingeschüchtert oder verletzt?" Er verweist auf die Website www.ohne-gewalt-leben.de, auf der Betroffene Informationen zu häuslicher Gewalt sowie Hinweise auf Beratung und Unterstützung finden.

"Damit ein Mann Hilfe in Anspruch nehmen kann, muss er zunächst erkennen können, dass das, was ihm passiert, überhaupt als Gewalt benannt wird - und dass die vorhandenen Hilfsangebote auch für ihn gedacht sind", sagt Enrico Damme, geschäftsführender Referent bei der BFKM. "Eine männerspezifische Ansprache bedeutet dabei nicht, die Gewaltbetroffenheit von Frauen zu relativieren. Sie bedeutet, unterschiedliche Lebensrealitäten ernst zu nehmen und dafür zu sorgen, dass auch Männer eigene Angst, Wut und Schmerzen wahr- und ernstnehmen, denn nur dann holen sie sich auch Hilfe."

Männer sind von häuslicher Gewalt betroffen - und bleiben häufig unsichtbar

Die im Februar 2026 veröffentlichten ersten Ergebnisse der Dunkelfeldstudie LeSuBiA zeigen, dass sowohl Frauen als auch Männer von psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Paarbeziehungen betroffen sind. Frauen erleben diese Gewalt insgesamt häufiger und schwerer, und Männer sind häufiger betroffen als bisher bekannt. Zudem wird deutlich: Die Anzeigequoten über alle Geschlechter liegen bei psychischer und körperlicher Gewalt bei weniger als fünf Prozent.

Vorstellungen von Männlichkeit können es dabei Männern erschweren, sich selbst als gewaltbetroffen wahrzunehmen, über Erfahrungen zu sprechen oder Unterstützung zu suchen. Auch die Gestaltung bestehender Hilfsangebote spielt eine Rolle: Wenn Männer in Informationsmaterialien, auf Webseiten oder bei der Außendarstellung von Einrichtungen kaum vorkommen, können sie den Eindruck gewinnen, dass diese Angebote nicht für sie bestimmt sind.

Das Netz von Beratungsstellen für Männer ist dünn, sie sind öffentlich auch nicht gut sichtbar. Die BFKM hat deshalb bereits in ihrer fachlichen Arbeit zur Niedrigschwelligkeit von Hilfe- und Beratungsreinrichtungen darauf hingewiesen, dass Männer als Betroffene sichtbar gemacht und von Beratungsstellen direkt angesprochen werden müssen. Eine passende Öffentlichkeitsarbeit kann dazu beitragen, die Schwelle zur Inanspruchnahme von Hilfe zu senken.

Sichtbarkeit kann ein erster Schritt zu Hilfe sein

Die neuen Abreißzettel sollen genau dort ansetzen, wo Männer möglicherweise erstmals mit dem Thema Hilfe in Berührung kommen - etwa nach einem Polizeieinsatz oder beim Besuch einer Beratungsstelle aus beliebigem Grund. Aber auch im Alltag: Am schwarzen Brett im Supermarkt oder der Uni, können die entsprechenden Zettel aufgehängt werden, um mehr Sensibilisierung zu erreichen. Dann brauchen Interessierte nur einen kleinen Abreiß-Abschnitt mitnehmen, was die Schamgrenze mit dem Thema gesehen zu werden im Vergleich zu Flyern oder Broschüren senkt.

"Nicht jeder betroffene Mann ist bereit, sofort ein Beratungsgespräch zu führen. Manchmal braucht es zunächst nur den Impuls: Das, was ich erlebe, ist Gewalt. Und es gibt dafür Hilfe, ich muss nicht alleine klarkommen", sagt Enrico Damme, geschäftsführender Referent bei der BFKM.

Die Abreißzettel können kostenlos heruntergeladen und selbst ausgedruckt werden: https://ots.de/tX38Xq

Über die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz

Die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz (BFKM) arbeitet bundesweit am Ausbau, der Vernetzung und der Weiterentwicklung von Schutz- und Beratungsangeboten für Männer, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Sie unterstützt Fachpraxis und Politik, entwickelt Qualitätsstandards und Arbeitshilfen und trägt dazu bei, Männer als Betroffene häuslicher Gewalt sichtbar zu machen. Die Arbeit der BFKM wird vom BMBFSFJ gefördert.

Pressekontakt:

Dr. Annalena Schmidt
annalena.schmidt@maennergewaltschutz.de
Telefon: 0351 309 164 16
Mobil: 0173 535 9 215

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