Was Paare wirklich glücklich macht
München (ots)
Verheiratete Paare sind mit ihrem Beziehungsleben deutlich zufriedener als unverheiratete. Gemeinsame Wertvorstellungen wirken stark auf das Beziehungsglück - ebenso wie ein sicherer Bindungsstil. Auch die Entscheidung für Kinder oder Wohneigentum erhöht die gegenseitige Verbundenheit.
Der Valentinstag naht und das Beziehungsglück steht in dieser Woche besonders im Fokus. Eine groß angelegte Erhebung im Rahmen des SKL Glücksatlas hat die wichtigsten Faktoren für eine glückliche Beziehung identifiziert. An erster Stelle steht Verbindlichkeit Verheiratete bewerten ihre Beziehung mit durchschnittlich 8,51 Punkten (auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten - höchster Wert). Unverheiratete Paare liegen mit 7,69 Punkten rund 0,8 Punkte darunter, Singles beurteilen ihr Beziehungsleben nochmals um etwa 0,5 Punkte schlechter. Ein zusätzlicher Stabilitätsfaktor ist gemeinsames Wohneigentum, das die Zufriedenheit um 0,05 Punkte erhöht.
Für die Sonderauswertung der Lebenszufriedenheitsdaten aus der SKL Glücksatlas-Datenbank befragte das Umfrageinstitut Ipsos im Juni 2025 online 5.148 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren repräsentativ. Die Datenanalyse erfolgte durch Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und sein Team anhand etablierter sozial- und verhaltenswissenschaftlicher Methoden.
Ein zentraler Glücksfaktor ist Einigkeit. Wenn Paare in grundlegenden Bereichen wie Familie oder berufliche Orientierung ähnliche Vorstellungen haben, treten weniger Konflikte auf. Gemeinsame Werte fördern die langfristige Stabilität der Beziehung. Paare, die in wichtigen Lebensbereichen übereinstimmen, erreichen eine Beziehungszufriedenheit von 8,43 Punkten. Bei stark uneinigen Paaren sinkt dieser Wert auf 5,36 Punkte - ein Unterschied von 3,07 Punkten. Besonders konfliktträchtig ist dabei die Frage nach der gewünschten Kinderzahl.
Beim Einkommen zählt das Gleichgewicht. Verdienen beide Partner etwa gleich viel, liegt die Beziehungszufriedenheit bei 8,34 Punkten (Männer) und 8,19 Punkten (Frauen) in etwa gleich hoch. Am unzufriedensten sind Männer, wenn sie weniger verdienen als ihre Partnerin (7,76 Punkte). Frauen reagieren darauf weniger sensibel: Verdienen sie mehr als ihr Partner, liegt ihre Zufriedenheit bei 7,91 Punkten.
Persönlichkeit kann zur Belastung werden. Perfektionistisch veranlagte Menschen bewerten ihre Beziehungen im Schnitt mit 6,25 Punkten - 1,75 Punkte weniger als der Durchschnitt. Sie sind besonders selbstkritisch und übertragen ihre hohen Erwartungen häufig auch auf den Partner, was die Beziehung belastet. Verträglichkeit und Offenheit fördern hingegen gegenseitige Empathie und Verständnis.
Glückliche Kindheitserfahrungen wirken langfristig. Menschen, die ihre Kindheit als glücklich einschätzen, bewerten ihr aktuelles Beziehungsleben mit durchschnittlich 8,16 Punkten. Wer eine unglückliche Kindheit angibt, erreicht lediglich 6,50 Punkte - ein Unterschied von 1,66 Punkten. Besonders stark fällt der Einfluss des Bindungstyps aus: Sicher gebundene Personen erreichen mit 9,14 Punkten die höchste Beziehungszufriedenheit. Sie schaffen es, sowohl eigene Freiräume zu wahren als auch dem Partner Nähe und Autonomie zuzugestehen und beides in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Deutlich schlechter schneiden ängstlich-ambivalente (8,09 Punkte) und ängstlich-vermeidende Typen (8,18 Punkte) ab. Am unglücklichsten sind unsicher-vermeidende Bindungstypen mit nur 6,32 Punkten.
Der Abstand zwischen den Kindern ist entscheidend. Eltern, deren Kinder einen Altersabstand von fünf Jahren oder mehr haben, sind mit Beziehung, Ehe und Freizeit am zufriedensten. Ihr Beziehungsglück liegt 0,56 Punkte höher als bei Eltern mit einem Altersabstand von zwei Jahren.
Auch der Liebestyp macht einen Unterschied. Liebestypen beschreiben, wie Menschen Liebe erleben und ausdrücken. Paare mit stabileren Liebestypen berichten über mehr emotionale Sicherheit und höhere Zufriedenheit. Besonders gut schneidet der romantische Liebestyp Eros ab, der mit einem positiven Effekt von +0,23 Punkten auf die Beziehungszufriedenheit verbunden ist. Deutlich schlechter schneiden hingegen der eifersüchtige Liebestyp Mania sowie der spielerische, unverbindliche Liebestyp Ludus ab. Letzterer geht mit einem negativen Effekt von -0,08 Punkten einher. Freundschaftliche (Storge), aufopfernde (Agape) und pragmatische (Pragma) Liebestypen liegen ebenfalls über dem Niveau der instabilen Typen.
Der SKL Glücksatlas
Der SKL Glücksatlas ist die aktuellste Datenbank zur Lebenszufriedenheit der Deutschen. Die wissenschaftliche Leitung hat Professor Dr. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg. Unter skl-gluecksatlas.de werden kontinuierlich aktuelle Daten, Analysen und Sonderstudien über die Entwicklung der Lebenszufriedenheit in Deutschland bereitgestellt und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht - in Kooperation mit der SKL.
Die Staatlichen Klassenlotterien SKL stehen für die tägliche Chance auf Glück in Form von Geld- und Sachgewinnen. Beim SKL-Millionenspiel werden z. B. im Verlauf der Lotterie über 3,2 Millionen Gewinne im Wert von bis zu 20 Millionen Euro ausgespielt - staatlich garantiert. Der Mindesteinsatz beträgt 15 Euro pro Monat. Veranstalterin der SKL ist die GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder, die darüber hinaus auch die NKL anbietet. Seit 2022 engagiert sich das Unternehmen als assoziierter Partner des SKL Glücksatlas in der wissenschaftlichen Erforschung von Lebenszufriedenheit und Glück in Deutschland.
Datengrundlage und Methodik
Für die Sonderstudie wurden 5.148 Menschen (zwischen 18 und 70 Jahren) vom Befragungsunternehmen Ipsos im Juni 2025 befragt. Die Online-Stichprobe wurde aus dem infas Quo Online-Access-Panel gezogen. Eine repräsentative Verteilung nach Geschlecht, Alter und Region wurde angestrebt. Die Rohdaten aus den Befragungen wurden der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zugeleitet und dort von Prof. Dr. Raffelhüschen und seinem Team mithilfe eines statistischen Datenanalyseprogramms ausgewertet.
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Pressekontakt:
Max A. Höfer
SKL Glücksatlas
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