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Versteckte Kosten beim Immobilienkauf – so erkennst du die größten Geldfresser

Versteckte Kosten beim Immobilienkauf – so erkennst du die größten Geldfresser
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Velburg (ots)

Viele Investoren unterschätzen, wie teuer eine Immobilie wirklich wird, denn der Kaufpreis ist nur ein Teil der Wahrheit. Neben Grunderwerbsteuer, Notar und Makler entstehen oft zusätzliche Kosten, die im ersten Moment nicht sichtbar sind. Sanierungsstau, Energieeffizienz oder versteckte Mängel können den Preis schnell um zehntausende Euro nach oben treiben.

Die teuersten Fehler passieren nicht beim Kaufpreis, sondern bei den Kosten, die man vorher nicht gesehen oder falsch eingeschätzt hat. Hier erfahren Sie, worauf Käufer unbedingt achten sollten und wie sich versteckte Kosten frühzeitig erkennen und vermeiden lassen.

Altlasten können die Kalkulation sprengen

Eine der größten Kostenfallen bei älteren Immobilien sind Schadstoffe und Altlasten. Besonders bei Gebäuden, die vor 1995 errichtet wurden, sollten Käufer aufmerksam sein. Asbest und PCB wurden über Jahrzehnte in zahlreichen Baustoffen verwendet und können auch heute noch in Gebäuden vorhanden sein.

Das Problem: Viele Belastungen sind für Laien nicht erkennbar. Häufig befinden sich Schadstoffe in alten Bodenaufbauten, Klebern, Beschichtungen oder anderen Bauteilen, die erst im Zuge einer Sanierung freigelegt werden. Nicht selten wurden neue Materialien über bestehende Schichten verlegt, sodass die eigentliche Belastung verborgen bleibt.

Wer eine ältere Immobilie kaufen möchte, sollte daher frühzeitig Sachverständige hinzuziehen. Denn sobald Schadstoffe entdeckt werden, entstehen oft erhebliche Kosten für Untersuchungen, Rückbau und fachgerechte Entsorgung.

Belastungen im Grundbuch werden häufig übersehen

Nicht jede Kostenfalle steckt im Gebäude selbst. Auch rechtliche Belastungen können den Wert einer Immobilie erheblich beeinflussen.

Dazu zählen beispielsweise Geh- und Fahrtrechte, Nießbrauchsrechte oder andere Eintragungen im Grundbuch. Solche Regelungen können die Nutzungsmöglichkeiten einschränken und sich langfristig auf den Marktwert auswirken. Ähnliches gilt für Eintragungen im Altlastenverzeichnis oder andere öffentlich-rechtliche Belastungen.

Gerade bei größeren Investitionen lohnt sich deshalb eine gründliche rechtliche Prüfung. Was auf den ersten Blick wie ein attraktives Angebot wirkt, kann sich später als deutlich weniger wertvoll erweisen als ursprünglich angenommen.

Versteckte Risiken in Statik und Bausubstanz

Viele Käufer konzentrieren sich auf den optischen Zustand einer Immobilie. Wesentlich wichtiger ist jedoch häufig die Frage, wie es um die Statik und die Bausubstanz bestellt ist.

Insbesondere bei älteren Gebäuden oder Objekten mit zahlreichen Umbauten treten regelmäßig Probleme auf, die während einer Besichtigung kaum erkennbar sind. Wurden frühere Maßnahmen nicht fachgerecht ausgeführt, können später umfangreiche statische Ertüchtigungen erforderlich werden.

Die damit verbundenen Kosten bewegen sich schnell in einer Größenordnung, die ursprüngliche Sanierungsbudgets deutlich übersteigt. Deshalb sollten geplante Umbauten immer auch unter statischen Gesichtspunkten bewertet werden.

Die teure Technik hinter den Wänden

Ein weiterer Bereich, der häufig unterschätzt wird, ist die Haustechnik. Wasserleitungen, Abwasserstränge und Elektroinstallationen sind bei Besichtigungen meist nicht sichtbar, können aber erhebliche Investitionen erforderlich machen.

Veraltete Leitungen oder elektrische Anlagen entsprechen oft nicht mehr den heutigen Anforderungen. Besonders kostspielig wird es, wenn Sanierungen in Mehrfamilienhäusern notwendig werden. In solchen Fällen müssen häufig sämtliche Wohneinheiten in die Maßnahmen einbezogen werden.

Hinzu kommt, dass die Arbeiten oftmals im laufenden Betrieb erfolgen. Das erhöht nicht nur den organisatorischen Aufwand, sondern treibt auch die Kosten in die Höhe. In einzelnen Fällen kann es sogar erforderlich werden, Bewohner während der Bauarbeiten vorübergehend anderweitig unterzubringen.

Vorsicht bei Umbauten und Ausbauplänen

Viele Käufer sehen in einer Immobilie zusätzliches Potenzial. Ein Dachgeschoss soll ausgebaut, eine Wohnung geteilt oder weiterer Wohnraum geschaffen werden. Solche Pläne können wirtschaftlich sinnvoll sein, bringen jedoch häufig zusätzliche Risiken mit sich.

Sobald bauliche Veränderungen vorgenommen werden, können umfangreiche Anforderungen an Brandschutz, Fluchtwege und andere baurechtliche Vorgaben greifen. Zudem besteht die Gefahr, dass bestehender Bestandsschutz verloren geht und weitere Gebäudeteile an aktuelle Standards angepasst werden müssen.

Was zunächst wie eine vergleichsweise einfache Umbaumaßnahme erscheint, entwickelt sich dadurch nicht selten zu einem deutlich größeren Projekt mit erheblichen Zusatzkosten.

Wertsteigerungspotenziale realistisch bewerten

Besonders vorsichtig sollten Käufer sein, wenn Immobilien mit hohen Wertsteigerungspotenzialen beworben werden. Häufig wird auf niedrige Bestandsmieten, Ausbaureserven oder vermeintlich einfache Entwicklungsmöglichkeiten verwiesen.

In der Praxis gestaltet sich die Umsetzung jedoch oft schwieriger als erwartet. Niedrige Mieten lassen sich nicht automatisch kurzfristig erhöhen. Gleichzeitig erfordern Modernisierungen und Umbaumaßnahmen häufig hohe Investitionen, bevor überhaupt zusätzliche Erträge erzielt werden können.

Auch Ausbaupotenziale im Dachgeschoss oder anderen Gebäudeteilen sind häufig an Genehmigungen und umfangreiche Baumaßnahmen gebunden. Deshalb sollten solche Möglichkeiten eher als Chance betrachtet werden und nicht als fest kalkulierter Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Fazit

Wer eine Immobilie kauft, sollte nicht nur auf den Kaufpreis achten. Die größten finanziellen Risiken entstehen häufig dort, wo Käufer zunächst nicht hinschauen: bei Altlasten, rechtlichen Belastungen, versteckten Mängeln, veralteter Haustechnik oder baurechtlichen Besonderheiten.

Eine sorgfältige technische und rechtliche Prüfung vor dem Kauf verursacht zwar zusätzliche Kosten, kann jedoch deutlich größere finanzielle Belastungen verhindern. Letztlich entscheidet nicht der Kaufpreis allein über die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie, sondern die Summe aller Kosten, die danach noch auf den Eigentümer zukommen.

Über Dr. Peter Burnickl:

Dr. Peter Burnickl hat sich zur Aufgabe gemacht, mit einem neuen Ansatz für nachhaltige, optimierte und wirtschaftliche Gebäude zu sorgen. Er ist der Geschäftsführer der Pro Bauherr GmbH und eingetragener Sachverständiger für Baukosten und technische Gebäudeausstattung. Als Ingenieur, Projektentwickler und Bauträger kennt er die Branche außerdem genau. Mit seinem Team unterstützt er Bauherren dabei, so zu bauen, dass alle Kosteneinsparpotentiale voll ausgeschöpft sind. Weitere Informationen unter: https://www.pro-bauherr.com/.

Pressekontakt:

Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de

Pro Bauherr GmbH
Vertreten durch: Dr. Peter Burnickl
E-Mail: info@pro-bauherr.com
https://www.pro-bauherr.com

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