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Firmenverkauf im Mittelstand: Warum Käufer und Verkäufer oft unterschiedlich bewerten

Firmenverkauf im Mittelstand: Warum Käufer und Verkäufer oft unterschiedlich bewerten
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London (ots)

Wenn der Verkauf eines Unternehmens ansteht, treffen häufig zwei unterschiedliche Sichtweisen aufeinander. Während Eigentümer die Entwicklung ihres Unternehmens vor allem aus der Perspektive des Aufbaus und der bisherigen Erfolge betrachten, richten Investoren ihren Blick auf die zukünftigen Wachstumsmöglichkeiten. Dadurch entstehen oft unterschiedliche Vorstellungen vom Unternehmenswert.

Entscheidend für Käufer ist vor allem das zukünftige Potenzial eines Unternehmens. Gleichzeitig werden Faktoren wie eine starke Marke oder langjährige Kundenbeziehungen von Eigentümern oft als selbstverständlich angesehen, obwohl sie den Unternehmenswert maßgeblich beeinflussen können. Der folgende Beitrag zeigt, welche Kriterien Investoren bei der Bewertung anlegen und wie sich der Unternehmenswert gezielt steigern lässt.

Warum beim Unternehmenswert unterschiedliche Sichtweisen entstehen

Die Behauptung, dass Unternehmer den Wert ihres Unternehmens grundsätzlich überschätzen, greift oft zu kurz. Tatsächlich betrachten Verkäufer und Investoren Unternehmen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Gründer richten ihren Blick häufig auf die Vergangenheit. Sie bewerten die Jahre des Aufbaus, die investierte Arbeit und die erreichten Meilensteine. Käufer hingegen interessieren sich vor allem für die Zukunft. Entscheidend ist für sie, welches Wachstumspotenzial ein Unternehmen besitzt und wie sich dessen Wert in den kommenden Jahren steigern lässt.

Dabei erscheinen bestimmte Stärken vielen Eigentümern selbstverständlich. Eine etablierte Marke, langjährige Kundenbeziehungen, eine hohe Mitarbeiterbindung oder tiefes Marktverständnis können für Investoren jedoch wichtige Werttreiber sein.

Welche Faktoren den Unternehmenswert bestimmen

Bei der Unternehmensbewertung spielen EBITDA-Multiples zwar eine wichtige Rolle, sie erzählen jedoch nicht die ganze Geschichte. In der Praxis werden die Ergebnisse häufig angepasst, um die tatsächliche Ertragskraft des Unternehmens besser abzubilden. Einmalige Effekte oder außergewöhnliche Kosten werden dabei herausgerechnet.

Viele Finanzinvestoren betrachten Unternehmen mit Blick auf einen späteren Weiterverkauf. Daher analysieren sie, welches Wertsteigerungspotenzial innerhalb der kommenden fünf bis sieben Jahre realisiert werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei Wachstumsmöglichkeiten, operative Verbesserungen und weitere strategische Entwicklungsschritte.

Dazu zählen beispielsweise organisches Wachstum, die Erschließung neuer Märkte, operative Verbesserungen oder strategische Zukäufe. Je größer die Möglichkeiten zur Wertsteigerung sind, desto attraktiver wird ein Unternehmen für potenzielle Käufer. Deshalb spielt nicht nur die aktuelle Ertragslage eine Rolle, sondern vor allem die zukünftige Entwicklung.

Warum die Rolle des Gründers entscheidend ist

Ein wichtiger Bewertungsfaktor ist die Abhängigkeit vom Unternehmer. Funktionieren Kundenbeziehungen, operative Abläufe oder strategische Entscheidungen nur über den Gründer, erhöht sich das Risiko für einen Käufer.

Anders sieht es aus, wenn das Unternehmen auch ohne die tägliche Präsenz des Inhabers zuverlässig arbeitet. Klare Prozesse, ein starkes Management-Team und dokumentiertes Know-how schaffen Sicherheit und wirken sich positiv auf die Bewertung aus.

Dennoch muss eine starke Gründerpersönlichkeit nicht zwangsläufig ein Nachteil sein. Bleibt der Unternehmer nach dem Verkauf zunächst an Bord und begleitet die Übergangsphase, wird dies von vielen Investoren sogar ausdrücklich begrüßt. Besonders positiv wirkt es, wenn der Gründer weiterhin am Unternehmen beteiligt bleibt und damit Vertrauen in die zukünftige Entwicklung signalisiert.

Frühzeitig die Weichen für einen erfolgreichen Exit stellen

Wer den Verkauf seines Unternehmens plant, sollte nicht erst kurz vor dem Exit mit den Vorbereitungen beginnen. Erfolgreiche Transaktionen basieren meist auf einer langfristigen Strategie.

Im Mittelpunkt steht eine überzeugende Zukunftsperspektive. Käufer möchten nachvollziehen können, wie das Unternehmen wachsen wird und welche Chancen sich daraus ergeben. Ebenso wichtig sind transparente Finanzzahlen, professionelle Strukturen und klar definierte Prozesse.

Häufig scheitern Verkäufe nicht an der Qualität des Unternehmens, sondern an einer unzureichenden Vorbereitung. Fehlende Transparenz, unzureichend aufbereitete Informationen oder eine schwache Positionierung können Interessenten abschrecken und den Unternehmenswert deutlich reduzieren.

Fazit

Beim Unternehmensverkauf treffen häufig unterschiedliche Bewertungslogiken aufeinander. Eigentümer betrachten ihr Unternehmen aus der Perspektive des Aufbaus und der bisherigen Entwicklung, Investoren fokussieren sich auf zukünftige Ertrags- und Wachstumspotenziale. Je besser beide Sichtweisen zusammengebracht werden, desto realistischer lässt sich der Unternehmenswert einordnen und desto erfolgreicher kann ein Verkaufsprozess verlaufen.

Wer frühzeitig für klare Strukturen, Wachstumsperspektiven und eine geringere Abhängigkeit vom Inhaber sorgt, schafft die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf und eine realistische Bewertung.

Über Daniel Baade:

Dr. Daniel Baade ist CEO von Dyer Baade & Company in London. Die M&A-Beratung unterstützt eigentümergeführte Unternehmen bei Unternehmensverkäufen und Kapitaltransaktionen mit internationalen Investoren. Sein Schwerpunkt liegt auf der strategischen Vorbereitung von Nachfolge- und Verkaufssituationen sowie der Positionierung mittelständischer Unternehmen im internationalen Private-Equity-Markt. Mehr Informationen unter: https://dyerbaade.com/

Pressekontakt:

Dyer Baade & Company
Dr. Daniel Baade
Website: https://dyerbaade.com/

Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de

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