Wildhüter in Südafrika in Lebensgefahr
Radolfzell (ots)
Dass Naturschutz eine lebensgefährliche Aufgabe sein kann, zeigt sich bedauerlicherweise immer öfter am St. Lucia See in Südafrika, einem der Living Lakes-Partnerseen der ersten Stunde. Insbesondere die Wilderer und illegalen Fischer gehen immer brutaler gegen die Wildhüter der Nationalparkaufsicht "KwaZulu-Natal Wildlife (KZN)" vor.
Laut KZN sind die Wilderer mit Schrotwaffen und Sturmgewehren der Marke AK 47 ausgerüstet. Dieses Jahr wurden bereits zwei Angestellte des KZN aus kürzester Entfernung durch Wilderer erschossen, als sie diese festnehmen wollten. Bisher waren die Wildhüter weder mit kugelsicheren Westen noch ihre Boote mit schusssicheren Scheiben ausgestattet. Mit einem kurzfristig von der Umweltstiftung Global Nature Fund (GNF) zur Verfügung gestellten finanziellen Zuschuss konnten nun 15 m2 kugelsichere Schutzscheiben für die Patrouillenboote und 15 kugelsichere Westen für die Wildhüter angeschafft werden.
Der St. Lucia See liegt inmitten des 2.500 Quadratkilometer großen "Greater St. Lucia Wetland Park", dem ältesten Schutzgebiet Afrikas. 180 Meter hohe mit Urwald bewachsene Dünen trennen den St. Lucia See vom Indischen Ozean. Der St. Lucia See ist der größte See Südafrikas. 530 Vogelarten und viele andere seltene und bedrohte Arten, wie beispielsweise Lederrückenschildkröten, Krokodile oder Flusspferde leben in dieser einzigartigen Region. Living Lakes und die Naturschutzarbeit am St. Lucia See werden seit Jahren von Unilever und der Deutschen Lufthansa AG unterstützt.
Seit den verheerenden Fluten in Mozambique im letzten Jahr haben sich immer mehr illegale Fischer, die vor allem nach Garnelen und Krabben fischen, am St. Lucia See eingefunden. Die traditionellen Fanggebiete für Garnelen und Krabben in Mozambique sind durch die Überschwemmungen des letztes Jahres größtenteils zerstört worden. Es wird geschätzt, dass im Jahr 1999 täglich etwa 1.000 kg Schalentiere illegal aus dem St. Lucia See gefischt wurden, und es ist anzunehmen, dass diese Zahl seit den Überschwemmungen im Herbst 2000 noch gestiegen ist. Da die Garnelen ganz am Anfang der Nahrungskette stehen, ergeben sich für den gesamten Fischbestand im St. Lucia See massive Probleme. Jede Woche werden über zwei Kilometer illegale, feinmaschige Netze durch die Wildhüter aus dem St. Lucia See entfernt. In das lukrative Garnelengeschäft am St. Lucia See sind wahrscheinlich internationale Syndikate und Drogenringe involviert.
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