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Ehemalige Wegbegleiter bezweifeln "Leidensgeschichte" - Senait Mehari gesteht in "Zapp": "Ich war keine Kindersoldatin" Sendetermin: Mittwoch, 14. Februar, 23.00 Uhr, NDR Fernsehen

Hamburg (ots)

Nach Recherchen des NDR Medienmagazins "Zapp" sind
wesentliche Teile der Biografie von Senait Mehari falsch. Mehrere 
ehemalige Wegbegleiter der prominenten Kämpferin gegen Kindersoldaten
haben gegenüber "Zapp" behauptet, Senait Mehari verbreite Lügen über 
ihre Vergangenheit. Einige von ihnen wollen jetzt auch juristisch 
gegen sie vorgehen. Konfrontiert mit den "Zapp"-Recherchen, gibt 
Senait Mehari in der Sendung am Mittwoch, 14. Februar, um 23.00 Uhr 
im NDR Fernsehen zu: "Ich war keine Kindersoldatin".
Doch genau ihr vermeintliches Schicksal als ehemalige 
Kindersoldatin in Eritrea machte sie zu einer besonders glaubwürdigen
Kämpferin in ihrem Engagement gegen das Elend von Kindern. Im Auftrag
vieler nationaler und internationaler Hilfsorganisationen - von 
UNICEF bis Terre des hommes - erhob sie ihre Stimme, wurde zur 
Galionsfigur im Kampf auch gegen Kindersoldaten.
Keine Hilfsorganisation und kein Journalist bezweifelten ihre 
Geschichte. In unzähligen Artikeln wurde sie portraitiert, in 
zahllosen Dokumentationen und Talkshows schilderte die heute 
33-Jährige eindrücklich ihre Kindheit in den Lagern von Eritrea 
während des Bürgerkriegs Anfang der 80er-Jahre. Ihre Biografie 
"Feuerherz" wurde zum Bestseller, ihr Leben soll demnächst von einem 
Oscar-Preisträger verfilmt werden. Einer breiteren Öffentlichkeit 
wurde sie durch ihre Teilnahme am deutschen Vorentscheid zum Grand 
Prix 2003 bekannt. Sie startete damals als Kandidatin der Berliner 
"taz".
Das NDR Medienmagazin "Zapp" besuchte ehemalige Weggefährten von 
Senait Mehari, die mit ihr zusammen als Kinder den Bürgerkrieg in 
Eritrea erlebten. Übereinstimmend behaupten sie, dass Senait Mehari 
"Lügen" verbreite. Sie seien von ihr enttäuscht, fühlen sich von ihr 
verraten. Keiner bestreitet zwar die damaligen schlimmen Zustände, 
aber alle beteuern, niemals zu Kindersoldaten ausgebildet worden zu 
sein. Gegen entsprechende Behauptungen von Senait Mehari wollen sie 
jetzt auch juristisch vorgehen.
Der Droemer Knaur Verlag, der den Bestseller "Feuerherz" 
veröffentlichte, erklärte gegenüber "Zapp", man habe Senaits 
Geschichte für "glaubhaft" gehalten und ihr vertraut. Fragen zu 
dieser Glaubwürdigkeit seien "hypothetisch" und deshalb eine Antwort 
noch nicht möglich.
Senait Mehari selbst bezeichnet sich in "Zapp" jetzt lediglich als
"Kind des Krieges". "Ich war nie an der Front. Ich musste nie 
jemanden umbringen." Sie gibt den Medien die Schuld an der Mär von 
der Kindersoldatin Senait Mehari: "Die Medien schreiben, was sie 
schreiben wollen. Und wenn sie mich als Kindersoldatin betiteln, sage
ich o.k. -  wenn sie das brauchen, sollen sie mich so nennen."
Senait Mehari will sich auch weiterhin gegen den Einsatz von 
Kindern als Soldaten engagieren.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter 
www.ndr.de/zapp.
14. Februar 2007

Pressekontakt:

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NDR Presse und Information
Telefon: 040 / 4156 - 2300
Fax: 040 / 4156 - 2199

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