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WAZ: DIW-Bericht - Armut und Statistik - Leitartikel von Thomas Wels

Essen (ots)

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)
beweist mit seinem Armutsbericht Instinkt fürs Marketing. Dank des 
Befundes - in zehn Jahren habe die Armut um ein Drittel zugenommen - 
ist der Widerhall auf Westerwelles Resonanzboden garantiert. Arm im 
reichen Deutschland?
Wer mit der Statistik hantiert, muss wissen, worüber er redet: nicht 
über absolute Armut. Die DIW-Studie sagt vielmehr etwas aus über 
auseinanderdriftende Einkommen. So ist für die Forscher jemand in 
Deutschland armutsgefährdet, der weniger als das so genannte 
Median-Einkommen von 925 Euro im Monat zur Verfügung hat. Das sind 
elf Millionen Menschen - und damit drei Millionen mehr als die 
Bezieher von Grundsicherung (Hartz IV). Das Median-Einkommen teilt 
die Bürger in eine obere und und eine untere Einkommens-Hälfte. Würde
Bill Gates nach Deutschland ziehen, nähme die Armut zu, weil dessen 
Milliarden den Median nach oben verschöben. Mehr Menschen gälten als 
arm, obschon sich nichts verändert hat. Man muss also wissen, worüber
man redet: Höhere Hartz-IV-Leistungen aus dem Bericht abzuleiten, ist
Unsinn. Mehr Kinderbetreuungsplätze, um Alleinerziehende und Familien
mit drei und mehr Kindern zu entlasten, macht Sinn.

Pressekontakt:

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Zentralredaktion
Telefon: 0201 / 804-6528
zentralredaktion@waz.de

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