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Malteser in Deutschland

Weltfrauentag am 8. März 2005: Malteser Helferin: „Wenn es ernst ist, sind Frauen stärker!“

Köln (ots)

Köln. „Wenn es ernst ist, sind Frauen stärker“, sagt
Wiltrud Gutsmiedl, Länder Koordinatorin der Malteser. Fünf Jahre lang
war die 39jährige in Jugoslawien tätig, hat sich dort um schwangere
Frauen und Mütter gekümmert, die Helferinnenausbildung geleitet und
eine Webewerkstatt aufgebaut. Nun ist sie nach Indien gereist, um
dort bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu helfen. Ihr erster
Eindruck: „Während sich viele Fischer durch den Verlust ihrer Boote
in Depressionen flüchten und hilflos am Strand sitzen, stürzen sich
die Frauen der Fischer in die Aktivitäten des Alltags: sie stehen an
für Wasser und Nahrungsmittel, füttern die Kinder und sorgen dafür,
dass das Leben weitergehen kann.“
Dabei zählen gerade die Frauen der ärmeren Kasten zu den beruflich
unmittelbar Betroffenen des Seebebens. „Diese Frauen haben
überwiegend in der Fischweiterverarbeitung gearbeitet, Krabben
gepult, Netze geflickt oder die Fische auf den Märkten verkauft.
Solange die Fischer nicht arbeiten können, hängen diese Frauen mit
ihren Familien in der Luft. Die indischen Partnerorganisationen der
Malteser helfen ihnen deshalb durch Überbrückungsjobs wie Waschen und
Kleidernähen. Das mindert den Verdienstausfall.“
Wie wichtig Frauen für den Wiederaufbau der zerstörten Regionen
waren und sind, ist für Gutsmiedl auch am Einsatz der zahlreichen
lokalen Helferinnen erkennbar: „Bei den freiwilligen Helfern unser
Partnerorganisation HOM (Health for One Million) haben Frauen direkt
nach dem Beben eine zentrale Rolle gespielt. Sie waren als erste
dort, haben Nahrungsmittel an Bedürftige verteilt und den
traumatisierten Menschen auch seelisch zur Seite gestanden.“ Ebenso
schnell, kompetent und von der Bevölkerung akzeptiert sei die Hilfe
des „Sister Doctors Forum of India“, medizinisch ausgebildete
Ordensschwestern, die erst vor wenigen Tagen in einem hinduistischen
Tempel Nahrungsmittel an Notleidende verteilt haben. „Ohne
interreligiöse Probleme“, wie Gutsmiedl betont. Das medizinische
Material dieser Ordensschwestern, wie Verbandszeug oder Antibiotika
finanzieren die Malteser mit 25.000 Euro.
„Auch bei der Ausbildung von Freiwilligen zu psychologischen
Helfern beteiligen wir uns“, sagt Gutsmiedl und fügt hinzu, dass es
natürlich auch Frauen gebe, die des psychologischen Beistands
bedürfen. Gerade dann, wenn Familienangehörige ums Leben gekommen
sind. „Unsere Partnerorganisationen gehen damit sehr sensibel um. Nur
vorsichtig würde sich ein psychologisch geschulter Mann um eine
traumatisierte Frau kümmern; unter genauer Berücksichtigung der
Regeln des Kastensystems. Andersherum haben die Männer keine Probleme
damit, wenn sie von einer Frau betreut werden.“
Gefragt, warum sie selbst als Frau immer wieder in die Not- und
Katastrophengebiete dieser Welt gehe, hat Wiltrud Gutsmiedl, die
Geschichte und Entwicklungspolitik studiert hat, eine einfache
Antwort: „Man gibt viel, bekommt aber auch viel zurück. Gerade weil
man nicht über Berge von Papier krabbeln muss. Das ist sehr
befriedigend.“ Hilfreich als Frau sei dabei vor allem eins: die
„richtige Mischung aus Sensibilität und Pragmatismus.“
Momentan arbeiten in Indien mehr als 400 lokale Helfer mit den
Partnerorganisationen der Malteser. Allein in Südindien haben die
Malteser Hilfsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 600.000 Euro
umgesetzt bzw. vorbereitet. In Planung sind derzeit für das Jahr 2005
umfangreiche Wiederaufbauprojekte mit einem Projektvolumen von 1,5
bis 2 Millionen Euro.
Achtung Redaktionen! Wiltrud Gutsmiedl steht nach Absprache für
Interviews zur Verfügung: Koordination über Telefon 0221 98 22 125.
Fotos unter: www.malteser.de -> aktuelles -> aktuelle Bilder zum
Download.
Um die Not der Frauen in Indien weiter lindern zu können, sind die
Malteser dringend auf Spenden angewiesen:
Spendenkonto 120 120 120
Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00)
Stichwort „Indien“
Weitere Informationen: 
Dr. Claudia Kaminski
Pressesprecherin 
Malteser Hilfsdienst 
Telefon 0221/9822-125 
Fax     0221/9822-119  
Mobil   0160/70 77 689 
presse@maltanet.de
www.malteser.de

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