Wenn die Schlafenszeit zum Kampf wird – und wie Eltern mit ihren Kindern gelassener umgehen können
Frankfurt am Main (ots)
Kaum liegt das Kind im Bett, geht das Drama los: Die Decke wird weggestrampelt, das Kuscheltier fliegt durch die Luft und auf einmal ist das ganze Zimmer spannender als das Schlafen. Eltern, die sich auf einen ruhigen Abend gefreut haben, spüren, wie ihre Geduld schwindet. Erst gutes Zureden, dann Strenge – doch nichts hilft. Irgendwann kippt die Stimmung, die Stimme wird lauter, Drohungen und Beschimpfungen folgen. Ein friedlicher Abschluss des Tages? Fehlanzeige.
"Wenn Eltern wütend werden, liegt es allerdings selten am Verhalten des Kindes", sagt Jana Alles, Gründerin von Smart Parents. "Oft hören wir Aussagen wie 'Mein Kind ist einfach nur unruhig'. Doch das ist völlig falsch. Was eine Rolle spielt, ist der Stress, die Überforderung und die eigenen unbewältigten Emotionen der Eltern", fährt sie fort. Dabei braucht das Kind gerade am Abend Ruhe und Sicherheit durch seine Eltern. Denn negative Erfahrungen bei der Einschlafbegleitung wirken sich im schlimmsten Fall bis ins Erwachsenenalter aus. Wie Eltern die Schlafenszeit entspannter gestalten können, lesen Sie hier.
Einschlafen innerhalb von fünf Minuten? Die überzogene Erwartungshaltung vieler Eltern
Sollen die Kinder abends ins Bett gehen, erwarten die meisten Eltern von ihnen, dass sie innerhalb weniger Minuten einschlafen. Die Realität sieht in vielen Familien anders aus. Dabei gibt es mehrere Gründe, weshalb Kinder länger brauchen, bis sie einschlafen. Um schnell einschlafen zu können, muss das Kind grundsätzlich müde genug sein. Eine festgelegte Zeit gibt es hierfür nicht. Selbst wenn manche Eltern sich die besten Zeiten festsetzen und dann die Schlafzeit einläuten, heißt das nicht, dass der Rhythmus des Kindes damit übereinstimmt.
Ein Faktor, der die Bereitschaft des Kindes stark beeinflusst, ist auch das kindliche Nervensystem. Kinder verarbeiten unglaublich viele Eindrücke, die sie über den Tag gesammelt haben. Sogar Erfahrungen, die Wochen oder Jahre zurückliegen, können immer wieder im Nervensystem landen. Oft handelt es sich dabei um negative Erfahrungen, darunter Grenzüberschreitungen wie Schreien und Schimpfen sowie Ängste, die Kinder nicht verarbeiten konnten. In diesem Fall braucht es lange, bis ein Kind entspannen und einschlafen kann.
Ganz allgemein sollten Eltern sich in ihre Kinder hineinversetzen. Einschlafen bedeutet immer Loslassen und die Kontrolle abgeben. Mit diesem Prozess sind allerdings große und absolut natürliche Ängste des Kindes verbunden. "Was, wenn ich aufwache und es ist keiner da?!, "Was, wenn ein Monster kommt?", "Was passiert Zuhause, wenn ich einschlafe?" Diese Gedanken hindern Kinder daran, in einen entspannten Zustand zu kommen und einzuschlafen.
Nicht die Kinder sind "unruhig", sondern die Eltern
Das wohl größte Problem stellen allerdings die Eltern selbst dar. Wenn sie in der Einschlafbegleitung unruhig sind, übertragen sie dieses Gefühl und den Druck unmittelbar auf ihr Kind. Der innerliche Stress kommt meist daher, dass sich die Eltern auf ihren "Feierabend" freuen und enttäuscht sind, wenn sie diesen nicht früh genug bekommen. Doch was bedeutet das eigentlich – Feierabend vom Kind? Das gibt es schlicht und ergreifend nicht, denn ein Kind braucht seine Eltern rund um die Uhr. Wenn die Eltern "endlich Feierabend machen wollen", entsteht beim Kind die Angst, seine Eltern lassen es allein. Im System vom Kind herrscht das Gefühl, dass Mama oder Papa dann nicht mehr greifbar sind. Das löst viele Ängste aus.
Wer dann noch schimpft, droht oder schreit und dem Kind Aussagen wie "Jetzt schlaf doch mal, ich hab auch mal meinen Feierabend verdient" an den Kopf wirft, erhöht den Druck und bewirkt das Gegenteil einer entspannten Einschlafbegleitung. Im schlimmsten Fall hat ein solches Verhalten seitens der Eltern langfristige Auswirkungen auf das Schlafverhalten der Kinder. Das äußert sich beispielsweise in Bettnässen, Albträumen, Nachtschreck und langen Wachphasen während der Nacht, in denen die Kinder nicht mehr in den Schlaf finden. Aber auch Jahre später können sich diese Auswirkungen zeigen, etwa, wenn als Erwachsener das Schlafengehen unnötig lange hinauszögert wird, weil es mit etwas Negativem verbunden ist. Die Betroffenen können oft lange gar nicht einschlafen und sind angespannt.
Deshalb sind viele Eltern in der Einschlafbegleitung gestresst
Hinter dem Verhalten der Eltern, die beim Einschlafen einen großen Druck auf ihre Kinder ausüben, stecken meist Trigger. Der Trigger ist allerdings nicht das Schlafengehen an sich, sondern das Gefühl der Überforderung und Hilflosigkeit, wenn das Kind nicht kooperiert. "Mein Kind tut einfach nicht das, was ich ihm sage", "Egal, was ich tue oder wie ich mich verhalte, mein Kind macht das Gegenteil", "Mein Kind will mir das Leben unnötig schwer machen und gönnt mir meinen Feierabend nicht" sind typische Gedanken vieler Eltern. Es stellt sich schnell eine gewisse Hilflosigkeit und Machtlosigkeit ein und das Gefühl, eine unfaire Behandlung zu erfahren.
Die Wahrheit ist: Die meisten Eltern haben dieses große Bedürfnis, dass ihre Kinder in Minuten einschlafen, weil ihr eigener Tag überladen ist und Ressourcen zieht. Zwischen Job, Familienmanagement und den Kindern zu jonglieren kann fordernd sein. Hinzu kommt der Druck, alles perfekt machen zu müssen und unter Kontrolle zu haben. Viele schaffen es nicht, sich tagsüber mal rauszunehmen, um durchzuatmen und wollen dies über einen "Feierabend" kompensieren. Dafür können die Kinder jedoch nichts.
Das können Eltern tun
Von all diesen Glaubenssätzen müssen sich Eltern befreien. Kein Kind stellt sich bewusst gegen seine Eltern, alle Kinder wollen von Natur aus kooperieren. Nur können sie es eben nicht immer aus den oben genannten Gründen. Eltern müssen also in einem ersten Schritt die Ursachen herausfinden, die ihr Verhalten bei der Einschlafbegleitung triggert und sie aufarbeiten.
Was vielen Kindern außerdem hilft, ist das Austoben vor dem Schlafengehen, da es das Nervensystem reguliert. Ebenso können feste Routinen und Rituale die Einschlafbegleitung positiv beeinflussen. So wissen die Kinder genau, was auf sie zukommt, wenn das Abendprogramm eingeläutet wird.
Über Jana Alles:
Mit Smart Parents bietet Jana Alles ein Coaching an, das an der Ursache der Wut der Mütter ansetzt. Gemeinsam mit den Müttern geht sie Schritt für Schritt auf die Suche nach der Ursache ihrer Glaubenssätze. Es geht darum, den Ur-Schmerz aus der eigenen Kindheit sowie der Ahnenreihe und darüber hinaus zu finden. Das Ziel ist, dass die Mutter ihre Kinder empathisch, bewertungsfrei und bedürfnisorientiert begleiten kann. Nur so kann das Kind mit Selbstwert und Selbstbewusstsein durchs Leben gehen und eine starke Verbindung zwischen Mutter und Kind bestehen. Mehr Informationen finden Sie hier.
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