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Wenn Qualifikation nicht reicht: Vor diesen Stolpersteinen stehen ausländische Physiotherapeuten

Wenn Qualifikation nicht reicht: Vor diesen Stolpersteinen stehen ausländische Physiotherapeuten
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Köln (ots)

Deutschland sucht händeringend Physiotherapeuten, doch für viele gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland bleibt der Einstieg schwierig. Anerkennungsverfahren ziehen sich über Monate, Sprachauflagen sind hoch, Zuständigkeiten oft unklar. Selbst wer jahrelange Berufserfahrung mitbringt, scheitert nicht selten an Bürokratie statt an fehlendem Können. Die Folge: Praxen bleiben unterbesetzt, Patienten warten und motivierte Therapeuten geben frustriert auf.

Der Fachkräftemangel wird seit Jahren intensiv diskutiert, gleichzeitig entstehen jedoch Strukturen, die hochqualifizierte Menschen ausbremsen. Im Folgenden wird aufgezeigt, welche Stolpersteine ausländische Physiotherapeuten besonders häufig betreffen und welche Veränderungen notwendig wären, damit Qualifikation und Motivation tatsächlich zählen.

Anerkennungsverfahren: langwierig, intransparent, uneinheitlich

Der größte Stolperstein liegt im Anerkennungsverfahren selbst. Viele ausländische Physiotherapeuten verfügen über eine fundierte Ausbildung, häufig ergänzt durch akademische Abschlüsse und langjährige Berufspraxis. Dennoch warten sie oft monatelang auf eine Entscheidung – nicht selten ohne klare Rückmeldung zum Bearbeitungsstand.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zuständigkeiten je nach Bundesland variieren. Während einzelne Behörden vergleichsweise zügig arbeiten, ziehen sich Verfahren andernorts deutlich länger hin. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Nachweise und Inhalte nicht bundesweit einheitlich definiert. Was in einem Bundesland anerkannt wird, kann in einem anderen erneut geprüft oder sogar abgelehnt werden.

Hinzu kommen verzögerte Rückfragen der Behörden, die teilweise erst nach mehreren Monaten gestellt werden. Selbst kleinere formale Fehler, etwa bei Übersetzungen oder Dokumenten, können dadurch massive Verzögerungen auslösen und den gesamten Prozess erneut zurückwerfen.

Bürokratische Überforderung statt gezielter Integration

Zudem scheitern viele internationale Therapeuten nicht an fehlender Kompetenz, sondern daran, dass sie das deutsche Verwaltungssystem kaum überblicken können. Anerkennungsstellen, Ausländerbehörden, Agenturen für Arbeit und Konsulate agieren parallel, jedoch selten aufeinander abgestimmt und häufig wenig verständlich für Menschen, die neu im System sind.

Unterschiedliche Anforderungen, teils widersprüchliche Fristen und eine Kommunikation, die überwiegend auf Deutsch erfolgt, erschweren die Orientierung zusätzlich. Eine zentrale Stelle, die Verfahren bündelt oder strukturiert begleitet, fehlt in vielen Fällen vollständig.

So trifft ein hochkomplexes System auf Menschen, die neu im Land sind, sich sprachlich noch orientieren und gleichzeitig ihre berufliche Zukunft planen müssen. Die Folge ist Unsicherheit, Überforderung und nicht selten der Abbruch des gesamten Vorhabens.

Unsicherheit auf Arbeitgeberseite

Nicht nur Fachkräfte stehen vor Herausforderungen. Auch viele Physiotherapiepraxen wären grundsätzlich bereit, internationale Mitarbeiter einzustellen, fühlen sich jedoch allein gelassen. Häufig fehlt es an Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen, Visa- und Anerkennungsprozesse oder mögliche Förderinstrumente.

Die Sorge, formale Fehler zu machen oder unvorhersehbare Verzögerungen zu erleben, führt dazu, dass sich Praxen gegen internationale Bewerber entscheiden. Gleichzeitig mangelt es an Erfahrung im Umgang mit ausländischen Abschlüssen und behördlichen Abläufen.

Dadurch finden gut qualifizierte Kandidaten und offene Stellen oft nicht zueinander, obwohl der Bedarf auf beiden Seiten klar vorhanden ist.

Die Folgen: Frust auf beiden Seiten

Die Konsequenzen dieser strukturellen Hürden sind deutlich spürbar. Hochqualifizierte Physiotherapeuten geben entnervt auf oder orientieren sich beruflich in andere Länder, deren Systeme als transparenter und planbarer wahrgenommen werden. Gleichzeitig bleiben Praxen dauerhaft unterbesetzt, während Patienten immer länger auf Termine warten müssen.

Anstatt den Fachkräftemangel abzufedern, verschärft sich die Situation weiter. Besonders bitter ist dabei, dass viele dieser Fachkräfte ausdrücklich in Deutschland arbeiten möchten, letztlich jedoch an bürokratischen Barrieren scheitern.

Was sich ändern müsste

Um Qualifikation und Motivation tatsächlich nutzbar zu machen, braucht es strukturelle Anpassungen. Einheitlichere und schnellere Anerkennungsverfahren mit klaren bundesweiten Standards könnten Planungssicherheit schaffen. Verbindliche Bearbeitungszeiten sowie digitale und transparente Prozesse würden zudem unnötige Verzögerungen reduzieren.

Auch die Bewertung von Sprache und Qualifikation sollte stärker praxisnah erfolgen. Entscheidend ist die reale Arbeitsfähigkeit im therapeutischen Alltag, nicht allein formale Prüfungen. Sinnvoll wären Kombinationen aus berufsbegleitender Weiterbildung und sprachlicher Praxis im Arbeitskontext.

Darüber hinaus benötigen internationale Fachkräfte eine zentrale Begleitung statt eines unübersichtlichen Behördendschungels. Klare Ansprechpartner, nachvollziehbare Abläufe und realistische Zeitpläne könnten vielen Unsicherheiten vorbeugen.

Im Klartext: Deutschland braucht keine weiteren Sonntagsreden über Fachkräftemangel. Notwendig sind Systeme, die qualifizierte Menschen nicht ausbremsen, sondern befähigen. Motivation und Können sind vorhanden – es ist an der Zeit, sie nicht länger in Bürokratie zu verlieren.

Über Tobias Frese:

Tobias Frese ist Gründer und Geschäftsführer der Frese Recruiting GmbH. Die Personalagentur vermittelt qualifizierte Physiotherapeuten aus dem Ausland an deutsche Praxen. Dabei übernimmt die Agentur den kompletten Prozess von Auswahl bis Integration. Mehr Informationen unter: www.frese-recruiting.de

Pressekontakt:

Frese Recruiting GmbH
Vertreten durch: Tobias Frese
E-Mail: info@frese-recruiting.de
Webseite: https://www.frese-recruiting.de/

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