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KfW Research: Wagniskapitalgeber setzen in Deutschland andere Prioritäten als anderswo

Frankfurt am Main (ots)

  • Start-ups mit Fokus auf Klimatechnologien und Verteidigung erhalten anteilig mehr Geld als in anderen Ländern
  • Junge Unternehmen mit Fokus auf Künstliche Intelligenz sind auch hierzulande erfolgreich beim Fundraising
  • Investoren sehen für 2026 größte Wachstumschancen für Start-ups aus dem Bereich Internet of Things und Robotics

Der deutsche Markt für Wagniskapital (Venture Capital, VC) weist teils deutliche Unterschiede zum weltweiten VC-Geschehen auf. So erhielten deutsche Start-ups aus dem Bereich Climate-Tech - die also an Technologien und Dienstleistungen zur Dekarbonisierung und Minimierung von Klimarisiken arbeiten - im vergangenen Jahr zwar deutlich weniger Investorengelder als in den Vorjahren. Trotz des Rückgangs auf 1,3 Milliarden Euro blieb der Anteil an dem in Deutschland verteilten Wagniskapital mit 18 Prozent aber hoch. International gingen nur acht Prozent aller VC-Gelder in diesen Bereich.

Ebenfalls deutlich höher als weltweit war der Kapitalanteil, den VC-Investoren in Deutschland in junge innovative Unternehmen aus dem Bereich Dual Use und Defense einspeisten. Dabei geht es um Start-ups, die auf Produkte mit ziviler und militärischer Anwendung setzen. In Deutschland flossen im vergangenen Jahr 1,16 Milliarden Euro in diesen Bereich, 42 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Verhältnis zu den gesamten Investitionen auf dem deutschen VC-Markt, die insgesamt 7,2 Milliarden Euro betrugen, lag somit bei 16 Prozent - deutlich über dem weltweiten Niveau von vier Prozent.

Das ergab eine Analyse von KfW Research, basierend auf der Datenbank des Anbieters Dealroom.co. VC-Investoren gaben in Deutschland zudem mehr Geld als international üblich an Start-ups, die im Bereich Cybersicherheit tätig sind. Acht Prozent der Investitionen hierzulande gingen in dieses Segment, weltweit dagegen fünf Prozent. Der Bereich Cybersicherheit wuchs in Deutschland im vergangenen Jahr um 632 Prozent auf 578 Millionen Euro.

Besonders dynamisch war auch in Deutschland im Jahr 2025 der Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Die Investitionen in deutsche KI-Start-ups stiegen um 45 Prozent auf nahezu drei Milliarden Euro. Weltweit war das Wachstum der VC-Investitionen in KI mit 74 Prozent sogar noch höher. Der Marktanteil der VC-Investitionen in KI lag weltweit bei 47 Prozent, in Deutschland bei ebenfalls hohen 41 Prozent. "Die weit verbreitete Annahme, dass Deutschland im Bereich Künstliche Intelligenz wenig zu bieten hat, stimmt nicht. Es gibt inzwischen viele vielversprechende Start-ups in Deutschland, die in diesem Bereich aktiv sind", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Für das laufende Jahr erwarten die VC-Investoren eine Verschiebung der Prioritäten. Eine Sonderbefragung unter in Deutschland tätigen Venture-Capital-Investoren ergab, dass diese in diesem Jahr die höchsten Wachstumschancen für hiesige Start-ups ansehen, die sich auf die Felder Internet of Things und Robotics fokussieren. Dabei handelt es sich um junge innovative Unternehmen, die beispielsweise vernetzte Geräte und Automatisierungstechnologien entwickeln. Diese Unternehmen zeigten im vergangenen Jahr mit 809 Millionen Euro - nach Rückgängen in den beiden Jahren zuvor - erstmals wieder einen Anstieg im Deal-Volumen (plus 24 Prozent). "Hier kommt zum Ausdruck, dass die Industriekultur in Deutschland nach wie vor ein guter Nährboden für Innovationen in der Produktionstechnik ist", sagte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

Als Unternehmen mit den zweithöchsten Wachstumschancen bewerten die VC-Investoren solche aus dem Bereich Defense und Dual Use, gefolgt von den Bereichen Cybersicherheit und KI. Ein Jahr zuvor hatten die Investoren diese beiden Themen noch auf Rang eins und zwei einsortiert - wo sie am Ende des Jahres gemessen am Wachstum im Finanzierungsvolumen auch tatsächlich landeten.

Zu den jüngsten Technologiefeldern, die derzeit durch VC finanziert werden, gehören Quantentechnologien und Kernfusion. Die VC-Beteiligungen an deutschen Start-ups in diesen Bereichen sind in den letzten Jahren sukzessive gestiegen, bleiben jedoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 2025 erhöhten sich die Investitionen in Start-ups mit dem Fokus Quantentechnologie um 37 Prozent auf knapp 96 Millionen Euro, in Kernfusions-Start-ups sogar um 212 Prozent auf 258 Millionen Euro. Quantentechnologien gehören aktuell zu den Bereichen mit hohen Wachstumserwartungen seitens VC-Investoren und stehen hier an fünfter Stelle.

Die Studie ist abrufbar unter Fokus Volkswirtschaft | KfW

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,
Tel. +49 69 7431 41336
E-Mail: nina.luttmer@kfw.de, Internet: www.kfw.de

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