Mitteldeutsche Zeitung: Afghanistan SPD strebt für 2013 spürbare Reduzierung des Bundeswehr-Kontingents in Afghanistan an
Halle (ots)
Die SPD will 2013 mindestens 1 000 Bundeswehr-Soldaten aus Afghanistan abziehen. Diese Forderung erhob der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, gegenüber der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe). "Im Jahr 2013 muss man einen ordentlichen Schritt machen, damit man ausreichend Zeit zum Rückbau im Jahr 2014 hat", sagte er dem Blatt. "1 000 Soldaten weniger sind absolut machbar. Das ist auch unsere Erwartung. Vielleicht gibt es sogar noch größere Spielräume. 1 000 Soldaten weniger wären aus unserer Sicht das Minimum." Derzeit sind 4 500 Soldaten in Afghanistan und Usbekistan stationiert. Arnold, der soeben von einer Afghanistan-Reise zurückkehrte, erklärte weiter: "Alle Anzeichen sprechen dafür, dass die afghanischen Sicherheitsorgane so weit kommen, dass sie mit den Problemen in ihrem Land umgehen können. Die Bundeswehr ist im Norden dabei, sich überflüssig zu machen." Daran änderten auch die jüngsten Angriffe afghanischer Soldaten auf die verbündete Isaf-Schutztruppe nichts. Weniger zuversichtlich ist die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff. "Die Lage ist bescheiden, denn nach wie vor ist keine politische Lösung absehbar", sagte sie der "Mitteldeutschen Zeitung". "Im schlimmsten Fall bekommen wir ein politisches Vakuum." Dies mache ihr derzeit mehr Sorgen als die militärische Situation. Die FDP-Politikerin fügte hinzu: "Jetzt müsste die Stunde der Diplomatie schlagen." Denn ohne politische Lösung müsse man "sich fragen, was die elf Jahre Militäreinsatz eigentlich gebracht haben".
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