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Discounterhonige: Stiftung Warentest blamiert sich

Discounterhonige: Stiftung Warentest blamiert sich
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Stiftung Warentest blamiert sich

Gefälligkeitstest für Discounterhonige

Ein fragwürdiger Honigtest kursiert derzeit durch viele große Medien darunter WDR, Tagesschau und ZDF. Keine der Redaktionen hat genauer hingeschaut oder bei Imkerverbänden nachgefragt. Und das obwohl europaweit massive Verfälschungen, gerade bei Discounter- und Importhonigen, seit Monaten von diesen nachgewiesen werden. Dass der jetzige Honigtest der Stiftung Warentest tendenziös, journalistisch nachlässig und fachlich voller Fehler steckt, lässt sich kaum übersehen. Dennoch wird er nicht hinterfragt.

Ein Gefälligkeitstest für wen?

Die Stiftung Warentest nennt sich selbst „unabhängig, objektiv, unbestechlich“. Doch mit ihrer Aprilausgabe hat sie Handelskonzernen und Honigabfüllern einen ordentlichen Gefallen getan. Die Aufgabe lautete: Wie können wir deutschen Imkerhonig, noch dazu im bekannten Glas vom Deutschen Imkerbund deutlich abwerten und gleichzeitig billige Mischhonige, zugekauft, vermengt und abgefüllt aus aller Herren Länder, so aufwerten, dass sie wieder kundentauglich werden? Denn genau die preisgünstigen Honige machen das Umsatzgros bei Abfüllern und großen Handelskonzernen aus.

Verbraucher kaufen hochwertiger

Offenbar hat sich etwas getan bei den Verkaufszahlen. Verbraucher sind nicht dumm. Ganz im Gegenteil. Sie wollen gute Qualität zu einem fairen Preis. Und vor allem wollen sie nicht betrogen werden. Die weitverbreitete Honigpanscherei mit Zuckersirup, die deutsche und europäische Berufsimker im letzten Jahr aufgedeckt haben, ist bei den Verbrauchern angekommen. Das hat vielerorts zu einem deutlich veränderten Verbraucherverhalten hin zu hochwertigen, authentischen Imkerhonigen geführt. Das bestätigt auch der Imkerverband Rheinland-Pfalz, der schon lange auf eine gute Öffentlichkeitsarbeit setzt.

Testergebnis offensichtlich gesteuert

Die Frage ist also, wie viel in diesem Test kommt wirklich von der Stiftung Warentest und wie viel wurde von außen auf das Ergebnis eingewirkt? Denn: Die wiederholt uneinheitlich angewandte sensorische Bewertung, bei der systematisch Imkerhonige abgewertet werden, die Discounterhonige jedoch nicht, wirft Fragen auf. Auch das Weglassen hochmoderner und für die Aufdeckung raffinierter Fälschungen elementarer Methoden, wie die von der EU-Kommission vor Jahren eingeführte HPAEC-PAD, muss man als bewusste Manipulation werten. Das Testergebnis wäre ein ganz anderes gewesen!

Guter Ruf ausgenutzt

Der immer noch gute Ruf der Stiftung Warentest wurde hier offenbar gezielt genutzt, um Medien und Kunden zu täuschen. Kaum jemand hinterfragt diese Institution. Keine Redaktion fragt sich, ob nach dem Honigskandal der letzten Monate dieses konträre Ergebnis wirklich echt sein kann. Die Stiftung Warentest genießt Vertrauen und gilt als unabhängig. Doch Verwaltungsrat und Kuratorium sind von Wirtschaftslobbyisten besetzt, Vertreter der Industrie vom BDI über den Markenverband bis zum Handelsverband Deutschland.

Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund hat zusammen mit dem Imkerverband Rheinland-Pfalz eine ausführliche Stellungnahme zu dem Test verfasst, in der die gravierendsten Fehler und systematischen Manipulationen ausführlich beschrieben sind.

Link zur gemeinsamen Stellungnahme des DBIB und LV RLP

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03.04.2025 /3.000 Zeichen

Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund e. V./ Janine Fritsch

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