Verkehrsunfälle 2024: Weniger Tote im Straßenverkehr - echte Fortschritte fehlen
Berlin (ots)
Zahl der Verkehrstoten leicht gesunken. Schwächere Verkehrsteilnehmer:innen bleiben unzureichend geschützt. TÜV-Verband fordert eine gerechtere Verteilung des Verkehrsraums und gezielte Investitionen in sichere Infrastruktur.
Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Unfallzahlen zeigen: Die Verkehrssicherheit in Deutschland verbessert sich zwar leicht, aber bei Weitem nicht im erforderlichen Maße. Im Jahr 2024 starben 2.780 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen - ein Rückgang um zwei Prozent; in Zahlen bedeutet dies 59 Todesopfer weniger als im Vorjahr (2.839). Dennoch ist die Zahl der Getöteten nach wie vor hoch. Auch die Zahl der Verletzten ging nur um ein Prozent auf rund 363.000 Personen zurück. Die Zahl der Schwerverletzten lag bei 50.300 - das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Wert seit 1991. Trotz dieser positiven Entwicklungen sind die Fortschritte viel zu gering. Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband sagt anlässlich der Veröffentlichung: "Die aktuellen Unfallzahlen zeigen, dass die Entwicklung mehr oder weniger stagniert. Es gibt zwar minimale Verbesserungen, aber von echten Fortschritten in der Verkehrssicherheit kann keine Rede sein. Insbesondere schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer, ältere Menschen und Kinder sind nach wie vor unzureichend geschützt. Die Infrastruktur ist stark auf den Autoverkehr ausgerichtet. Um schwere Unfälle nachhaltig zu reduzieren, sind gezielte Investitionen in sichere Verkehrswege notwendig. Die Vision Zero - ein Straßenverkehr ohne Todesopfer - liegt noch in weiter Ferne."
Ein Blick auf die Verkehrsbeteiligungsarten zeigt gegensätzliche Entwicklungen: Während die Zahl der getöteten Fußgänger:innen (-5,7 Prozent), Pkw-Insass:innen (-2,0 Prozent) und Radfahrenden (-2,3 Prozent) zurückging, starben mehr Menschen auf amtlich zugelassenen Krafträdern (+1,8 Prozent) sowie mit E-Scootern (+9,5 Prozent). Besonders alarmierend ist der starke Anstieg der tödlichen Unfälle mit E-Scootern - eine Entwicklung, die dringend Handlungsbedarf signalisiert:
"Der deutliche Anstieg der tödlichen Unfälle mit E-Scootern zeigt, dass diese Verkehrsmittel eine wachsende Herausforderung für die Verkehrssicherheit darstellen. Gerade in Städten müssen sichere Verkehrsflächen für alle geschaffen werden, um Konflikte zwischen Autofahrern, Radfahrern, E-Scooter-Nutzern und Fußgängern zu minimieren. Zudem sind eine verbesserte Verkehrsüberwachung und klare Regelungen zur Nutzung notwendig, um Unfälle zu vermeiden. Auch bei Leichtkrafträdern, Motorrollern, Motorrädern und Elektrorollern sehen wir eine besorgniserregende Entwicklung. Da diese Verkehrsmittel immer beliebter werden, sollten sie auch besser geschützt werden. Jetzt ist politischer Wille gefragt, um den Quasi-Stillstand bei der Verkehrssicherheit zu überwinden. Dazu gehören bauliche Maßnahmen ebenso wie verstärkte Verkehrskontrollen und eine durchgehende Mobilitätsbildung von der Grundschule bis zur Oberschule. Verkehrssicherheit ist kein Zufall - sie braucht entschlossenes Handeln", sagt Zaneta.
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