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NABU kritisiert Beginn der Wasservogeljagd in Frankreich

Bonn (ots)

Der Naturschutzbund NABU und seine europäischen
Partnerverbände von BirdLife International haben den morgigen Beginn
der Wasservogeljagd in Frankreich scharf kritisiert. "Das ist ein
Schlag ins Gesicht aller Europäer und Barbarei in Reinkultur!", sagte
NABU-Europaexperte Claus Mayr. Nach den Bestimmungen der 1979 unter
dem Ratsvorsitz Frankreichs verabschiedeten EG-Vogelschutzrichtlinie
dürfen Zugvögel nur in der Zeit nach dem Flüggewerden der Jungvögel
und vor dem Heimzug in die Brutgebiete bejagt werden. So ist in
Deutschland die Jagd auf ziehende Entenarten nur vom 1. Oktober bis
zum 15. Januar, auf Bläss-, Saat-, Ringel- und Kanadagänse nur vom 1.
November bis zum 15. Januar erlaubt. Frankreich wurde wegen seiner zu
langen Jagdzeiten mehrmals vom Europäischen Gerichtshof (EuGH)
verurteilt. Dennoch löst die neue Regierung jetzt ein Versprechen
gegenüber der mächtigen Jagdlobby ein.
Der französische BirdLife-Partner des NABU, die "Ligue pour la
Protection des Oiseaux (LPO) und der Dachverband der über 2.000
französischen Natur- und Tierschutzvereine, "France Nature
Environnement" (FNE), haben bereits eine erneute Beschwerde bei der
Europäischen Kommission angekündigt. "Die neuen Dekrete der
französischen Regierung werden keinen Bestand haben", zeigte sich
Mayr überzeugt. Schon im Sommer 1998 hatte Frankreich auf Druck der
Jägerschaft die Jagdzeit für bedrohte Zugvogelarten wie Bekassine,
Uferschnepfe und zahlreiche Entenarten vom Juli bis in den Februar
verlängert und sich dafür ein Vertragsverletzungsverfahren der
Europäischen Kommission eingehandelt. Um ein drohendes Urteil des
EuGH abzuwenden, gründete sich in Frankreich eine Jägerpartei, die im
Sommer 1999 mit sechs Abgeordneten ins Europäische Parlament einzog
und hier für eine Aufweichung der EG-Vogelschutzrichtlinie streiten
wollte. Dem setzten der NABU und seine BirdLife-Partner eine
europaweite Unterschriftenaktion entgegen, die in nur wenigen Monaten
über 2 Millionen Unterschriften gegen das französische Jagdgesetz
erbrachte und schließlich zum Urteil des EuGH führte. "Über eine
Million Unterschriften kamen damals alleine aus Frankreich. Das
zeigt, dass auch die meisten Franzosen selbst einen Rückfall ins
jagdpolitische Mittelalter verhindern wollten", sagte Mayr.
Für Rückfragen:
NABU-Pressestelle, 
Tel. 0228-4036-141, 
LPO, BirdLife Frankreich, 
0033 546 82 12 34

Original content of: NABU, transmitted by news aktuell

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