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Kassenärztliche Vereinigung Berlin warnt vor langfristigem Ärztemangel

Berlin (ots)

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Burkhard Ruppert, hat am Freitag im rbb24 Inforadio davor gewarnt, dass es langfristig immer weniger Mediziner in Deutschland geben wird, wenn Ärzte erbrachte Leistungen nicht bezahlt bekommen: "Wenn Sie Leistung, die erbracht wird, nicht entsprechend finanziell ausstatten, dann ist es ein finanzielles Harakiri, eine Praxis zu führen mit Personal, mit Unkosten, Mieten etc." Man könne nicht von jemandem verlangen, hundert Brötchen zu backen, ihm aber nur 80 zu bezahlen, so Ruppert. "Da war die Politik in den letzten Jahren dabei, das aufzulösen, dass endlich alles so bezahlt wird, wie es auch erbracht wird - und jetzt kommt die absolute Kehrtwende hin wieder zu der alten Systematik, indem man sagt, man bezahlt einfach nicht alles."

Ruppert appellierte vor der Abstimmung des Bundestages am Freitag an die Abgeordneten, sich mehr Zeit für ihre Entscheidungen zu nehmen: "Ich bin mir gar nicht sicher, dass jeder Abgeordnete im Bundestag die Konsequenzen wirklich so klar vor Augen geführt bekommen hat, wie wir das all die letzten Wochen und Monate erklärt haben. Ich glaube, es geht darum, die Beitragssätze stabil zu halten, damit den Haushalt zu ermöglichen, nicht an das Thema 'Versicherungsfremde Leistungen' herangehen zu müssen und damit am Ende die Koalition zu retten."

Ruppert kritisierte, dass die Regierung zwar eine Kommission eingesetzt, aber nicht jene, die die Reform unmittelbar betreffe, einbezogen habe: "Man hätte auf die Leute, die wissen, wie es geht im ambulanten Bereich, im stationären Bereich und in der Pflege, zugehen müssen. Am Ende des Tages hat man sich für den leichteren Weg entschieden." Man müsse ganz klar sagen, dass die Gesunden den Vorteil in diesem System haben, so Ruppert: "Für die, die krank sind, vor allem die, die chronisch krank sind, und die, die eine Prävention benötigen, wird sich das System als Nachteil erweisen. Man hat natürlich die Mehrheit der Menschen im Rücken - nämlich die, die gesund sind. Und das halte ich für nicht sozial."

Das vollständige Interview zum Nachhören:

Interview - Hausärzte fordern Stopp für Reform der Gesetzlichen Krankenkassen | rbb24 Inforadio

Pressekontakt:

Rundfunk Berlin-Brandenburg
rbb24 Inforadio
Chef/Chefin vom Dienst
Tel.: 030 - 97993 - 37400
Mail: info@inforadio.de

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