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Wie Kulturhauptstädte gemacht werden - Kleiner Zirkel, großer Einfluss

2. April 2025, ab 6.00 Uhr in der Deutschlandfunk-App und im Radio

Kleiner Zirkel, großer Einfluss – Wie Kulturhauptstädte gemacht werden

„Die Kulturrecherche“ beleuchtet das prestigeträchtige EU-Programm im 40. Jahr

Pressinformation, 26. März 2025

Chemnitz feiert sich dieses Jahr als europäische Kulturhauptstadt. Es ist die vierte deutsche Stadt, die den Titel „European Capital of Culture“ führen darf. Seit 40 Jahren gibt es das bekannte EU-Programm, das dafür sorgen soll, die kulturelle Vielfalt in Europa hervorzuheben. Gleichzeitig will es die Gemeinsamkeiten betonen und den Beitrag von Kultur zur Stadtentwicklung stärken. Mit dem Titel verbunden sind Fördersummen in Millionenhöhe und internationales Renommee. Der Deutschlandfunk widmet sich mit dem Sonderformat „Die Kulturrecherche“ dem Prestige-Projekt Kulturhauptstadt Europas.

Im Zentrum steht die Frage, ob und wie sich das Programm zukünftig weiterentwickeln sollte. Derzeit bereitet die EU eine Verlängerung vor. Zum 40. Kulturhauptstadt-Geburtstag steht eine internationale Evaluation an. Vor diesem Hintergrund beleuchtet das Kulturrecherche-Team verschiedene Aspekte des Projekts „European Capital of Culture“.

Wer bestimmt eigentlich, welche Stadt den begehrten Titel bekommt? Die Rechercheure haben sich die Vergabepraxis angeschaut und die Zusammensetzung der Auswahljurys mit datenjournalistischen Methoden ausgewertet. Dabei können sie detailliert darlegen, dass einige der aktuell 27 Mitgliedstaaten in diesen Entscheidungspositionen deutlich überrepräsentiert sind.

Aber auch der Blick auf die Beteiligten an den zeitintensiven Bewerbungsprozessen lohnt sich. In den vergangenen Jahren gab es Kritik, dass die Namen bestimmter Personen immer wieder in wechselnden Funktionen im Zusammenhang mit Kulturhauptstadt-Bewerbungen auftauchen. Das Recherche-Team hat deswegen mithilfe Künstlicher Intelligenz die sogenannten Bid-Books ausgewertet, das sind sehr aufwendig erstellte Bewerbungsunterlagen, mit denen die Städte um den Titel antreten. Das Ergebnis zeigt: Ein kleiner Zirkel von Expertinnen und Experten besitzt großen Einfluss; mal sind sie im Management einer Kulturhaupt- oder Kandidatenstadt tätig, mal in der Beratung, mal als Mitglieder der Auswahljury.

Die Recherche fragt zudem nach den Langzeiteffekten, die die Kulturhauptstadt-Auszeichnung mit sich bringt. Wie bei anderen Großprojekten auch, wird inzwischen mehr Wert daraufgelegt, dass sich das Programm auch langfristig positiv auf die Städte auswirkt. Die Bewerberstädte müssen dafür Strategien vorlegen. Aber wie lassen sich Langzeiteffekte messen? Wie bei völlig unterschiedlichen Städten vergleichen? Die Journalisten haben mit Forscherinnen und Forschern gesprochen, die die „legacy“ von ehemaligen Kulturhauptstädten untersucht haben. Die Recherche legt dar, welche Faktoren es braucht, damit eine Stadt langfristig vom Titel wirklich profitiert. Und welche Veränderungen sinnvoll sind, um künftig weitere „European Capitals of Culture“ zu küren.

„Kleiner Zirkel, großer Einfluss - Wie Kulturhauptstädte gemacht werden“

Das Rechercheteam: Pia Behme, Max Kuball, Peter Sim.

Verantwortlich: Christiane Florin

Die Kulturrecherche am 2. April, ab 6.00 Uhr in der Deutschlandfunk App und in den Deutschlandfunk-Programmen

  • Die Kulturrecherche ist in voller Länge (40 Minuten) am Mittwoch, 2. April, ab 6.00 Uhr in der Deutschlandfunk App abrufbar. Online ist sie unter dlf.de/kulturhauptstadt zu finden.
  • Der Deutschlandfunk sendet die Kulturrecherche am 2. April als 25-minütige Sendung um 17.35 Uhr.
  • Weitere aktuelle Sendungen der Deutschlandfunk-Programme berichten in Beiträgen der Interviews über die Ergebnisse der Kulturrecherche.
Christian Sülz (Pressesprecher)
Raderberggürtel 40, 50968 Köln
T +49 221 345-2161
 
Tobias Franke-Polz (Redakteur Presse)
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