Weser-Kurier: Kommentar zum AOK-Fehlzeiten-Report
Bremen (ots)
Es scheint kühn, aus dem Fehltage-Report die Einschätzung zu gewinnen, dass das Leben ein Jammertal ist. Es ist noch nicht lange her, da war es nicht weiter ungewöhnlich, dass am Arbeitsplatz getrunken wurde: Cognac in den Chefetagen, Burgunder bei den Kreativen und Bier auf der Baustelle. Hoch die Tassen, so jung kommen wir nie wieder... Wie viele Mitarbeiter jedweden Berufs waren wohl so gut wie jeden Tag betäubt? Wie viele waren suchtkrank, auch wenn sie keine Fehltage anhäuften, weil man über ihre Fahne hinwegging? Was soll man also lesen aus dem Fehltage-Report? Es gibt eine betriebs- und eine volkswirtschaftliche Bilanz, und es gibt eine persönliche - die der individuellen Fehltage, der durchzechten Wochenenden, der mehr oder weniger betäubten Tage am Arbeitsplatz, der vernachlässigten Freunde, der vergeblichen Vorsätze, der Verzweiflung. Das sind die eigentlichen Dramen.
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