Bilanz 2024: KfW geht finanziell gestärkt in das Jahr 2025
Frankfurt am Main (ots)
- Vorstandsvorsitzender Stefan Wintels: KfW bestens gerüstet, um Bundesregierung bei der Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu unterstützen
- Finanzielle Solidität eröffnet Spielräume - Kernkapitalquote im Jahr 2024 auf 30,2 Prozent gestiegen
- Gewinn von 1,4 Milliarden Euro trotz deutlich erhöhtem Einsatz von Eigenmitteln in der Förderung; Erwirtschaftetes Ergebnis auf 2,1 Milliarden Euro gestiegen
Die KfW ist finanziell stark aufgestellt aus dem Geschäftsjahr 2024 gegangen und gut gerüstet, um der neuen Bundesregierung bei der Umsetzung ihrer Wachstumspläne für Deutschland zur Seite zu stehen. Das sagte Stefan Wintels, Vorstandsvorsitzender der KfW, bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. "Die neue Bundesregierung hat sich viel vorgenommen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Die KfW hat großes Know-how bei zahlreichen Themen, die die Bundesregierung als Zukunftsfelder identifiziert hat. Dieses können wir sofort einbringen", sagte Wintels. "Das Geschäftsjahr 2024 hat erneut gezeigt: Die KfW hat eine große finanzielle Schlagkraft. Diese wollen wir für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz Deutschlands einsetzen."
Im vergangenen Jahr machte der KfW-Konzern einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro. Er lag zwar leicht unter dem Wert des Vorjahres von 1,6 Milliarden Euro, er erreichte damit aber den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Die KfW setzte 2024 im Fördergeschäft rund 500 Millionen Euro eigene Mittel ein, um die Konditionen ihrer Förderung weiter zu verbessern. Dies ist der höchste Wert seit über zehn Jahren. Schwerpunkte lagen in der Förderung von Mittelstand, Digitalisierung und Umwelt. Im laufenden und in den kommenden Jahren plant die KfW, eigene Mittel mindestens in dieser Größenordnung einzusetzen.
Vor Abzug dieses Förderaufwands, der Steuern sowie der IFRS-Effekte lag das Erwirtschaftete Ergebnis der KfW bei 2,1 Milliarden Euro und damit 11,4 Prozent über dem Vorjahreswert (1,9 Milliarden Euro).
Seine Risikotragfähigkeit hat der KfW-Konzern weiter gestärkt. Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten lagen zum Jahresende 2024 für die Gesamtkapitalquote bei 30,3 Prozent sowie für die (harte) Kernkapitalquote bei 30,2 Prozent. Durch die Umsetzung der CRR III (Capital Requirements Regulation III) in EU-Recht per 1. Januar 2025 reduzieren sich die Eigenkapitalquoten um rund 2,0 Prozentpunkte (Kapitalquoten per Ende Februar 2025: 28,1 Prozent). Nach wie vor bewegen sich die Eigenkapitalquoten auf einem sehr hohen Niveau.
Fördergeschäft legte 2024 leicht zu
Das Jahr 2024 war für die KfW ein erneut starkes Förderjahr. Das Neugeschäftsvolumen übertraf mit 112,8 Milliarden Euro knapp das Niveau des Vorjahres (2023: 111,3 Milliarden Euro). Das Inländische Fördergeschäft insgesamt legte leicht zu auf 79,0 Milliarden Euro (2023: 77,1 Milliarden Euro). Dabei stieg das Geschäftsvolumen in den Segmenten Private Kunden (22,4 Milliarden Euro gegenüber 18,8 Milliarden Euro) sowie Individualfinanzierung und Öffentliche Kunden (41,6 Milliarden Euro gegenüber 35,9 Milliarden Euro) an. In der Mittelstandsbank dagegen gab es einen zum Teil auch konjunkturell bedingten Rückgang auf 13,4 Milliarden Euro (2023: 20,4 Milliarden Euro).
Die Zusagen der KfW Capital für Start-ups und junge, innovative Technologieunternehmen in Deutschland beliefen sich auf 1,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,1 Milliarden Euro wegen Einmaleffekten).
Das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung erreichte mit Neuzusagen in Höhe von 23,9 Milliarden Euro (2023: 24,2 Milliarden Euro) nahezu den Rekordwert des Vorjahres.
Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer insgesamt erreichte ein Zusagevolumen in Höhe von 10,3 Milliarden Euro (2023: 10,9 Milliarden Euro). Auf die KfW Entwicklungsbank entfielen knapp 7,8 Milliarden Euro (2023: 9,0 Milliarden Euro).
Die KfW-Tochter DEG als Partnerin privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern konnte ihr Rekordvolumen des Vorjahres noch einmal steigern. Sie setzte für private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern unter global herausfordernden Bedingungen 2,5 Milliarden Euro aus Eigenmitteln ein (2023: 1,9 Milliarden Euro).
"Gerade in turbulenten Zeiten und trotz rückgängiger Haushaltsmittel setzen wir alles daran, unsere Partnerländer dabei zu unterstützen, wirtschaftliche Perspektiven aufzubauen, Klima und Umwelt zu schützen, Armut und Hunger zu bekämpfen und Frieden zu sichern. Die Exportnation Deutschland setzt auch weiterhin auf globale Vernetzung", so Stefan Wintels.
Guter Start ins Jahr 2025: Neugeschäft per 28. Februar 2025 bei 11,2 Milliarden Euro
Das Neugeschäft der KfW startete mit 11,2 Milliarden Euro per Ende Februar ins Jahr 2025 (Vorjahr: 10,9 Milliarden Euro). Primär verantwortlich für die leichte Steigerung war das Inländische Fördergeschäft mit einem Neuzusagevolumen in Höhe von 7,6 Milliarden Euro (02/2024: 6,9 Milliarden Euro). Der höhere Wert als im Vorjahr resultiert maßgeblich aus einer gestiegenen Nachfrage nach Programmen der Mittelstandsbank.Vor allem das Programm "Erneuerbare Energien Standard", welches eine zinsgünstige Finanzierung von Vorhaben zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Strom- und Wärmeerzeugung ermöglicht, wird in Folge des zum 1. Januar 2025 gesunkenen EU-Referenzzinssatzes wieder stärker nachgefragt.
Privatkunden interessierten sich in den ersten zwei Monaten des Jahres besonders stark für die "Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)" inklusive der Heizungsförderung.
In der Export- und Projektfinanzierung betrug das Zusagevolumen per Ende Februar sehr gute 3,2 Milliarden Euro, was angesichts des durch wenige großvolumige Einzelgeschäfte geprägten Geschäftsmodells nur leicht unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahr (3,8 Milliarden Euro) liegt.
Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer lag bei 307 Millionen Euro (02/2024: 339 Millionen Euro). Für die Geschäftsentwicklung in diesem Bereich erwartet die KfW wie in den Vorjahren eine deutlich dynamischere Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf. Unter anderem gingen 7 Millionen Euro über die NABNI-Fazilität, eine Initiative zur Förderung des Friedens im Nahen Osten, nach Syrien. Syrische Nichtregierungsorganisationen können Projektmittel beantragen und zum Beispiel Energie- und Wasserinfrastruktur wiederaufbauen.
Konzernergebnis im Detail:
Der Gewinndes KfW-Konzerns lag bei 1.402 Millionen Euro (2023: 1.559 Millionen Euro). "Der leichte Gewinnrückgang ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die KfW deutlich mehr Eigenmittel in der Förderung eingesetzt hat. Diesen Pfad werden wir weitergehen, denn als KfW sind wir uns gerade in diesen Zeiten unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst", sagte KfW-Finanzvorstand Bernd Loewen.
Das operative Ergebnis (Betriebsergebnis vor Bewertungen) vor Förderaufwand erreichte 1.917 Millionen Euro und übertraf damit den bereits guten Vorjahreswert (2023: 1.797 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss (vor Förderaufwand), der mit 2.900 Millionen Euro ebenfalls über dem Vorjahreswert von 2.738 Millionen Euro lag, bleibt die wesentliche Ertragsquelle. Die positive Entwicklung ist vor allem auf die höheren Erträge bei der Eigenmittelverzinsung, die weiterhin sehr guten Refinanzierungsmöglichkeiten sowie die erfolgreiche Wachstumsstrategie der Export- und Projektfinanzierung zurückzuführen.
Das Provisionsergebnis (vor Förderaufwand) übertraf mit 675 Millionen Euro den Vorjahreswert (2023: 606 Millionen Euro). Dieser Anstieg war maßgeblich durch Erträge aus der Durchführung der Förderprogramme des Bundes sowie der Abwicklung der Geschäfte der Finanziellen Zusammenarbeit geprägt. Der Verwaltungsaufwand (vor Förderaufwand) stieg auf 1.658 Millionen Euro (2023: 1.547 Millionen Euro). Dies war auf die allgemeine Preissteigerung, Tarifabschlüsse sowie maßgeblich auf einen weiteren Personalaufbau zur Durchführung der Förderprodukte für den Bund zurückzuführen. Die Cost-Income-Ratio (vor Förderaufwand) blieb aufgrund der höheren operativen Erträge mit 46 Prozent konstant.
Dank der positiven Ertragsentwicklung 2024 konnte der Förderaufwand - also der Einsatz von Eigenmitteln für die Förderung - signifikant auf 504 Millionen Euro (2023: 371 Millionen Euro) ausgeweitet werden. Dies ist vor allem auf das wieder gestiegene Zinsniveau und damit verbundene Anziehen der Nachfrage nach zinsverbilligten Krediten zurückzuführen. Die Zinsverbilligungsleistungen stiegen deutlich auf 406 Millionen Euro (2023: 282 Millionen Euro). Darüber hinaus enthält der Förderaufwand 70 Millionen Euro für künftige Investitionszuschüsse, die die KfW zur Unterstützung des Programms "ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit" (ERP = European Recovery Program) gewähren wird. Dies ist vertraglich mit dem Bund vereinbart worden.
Das positive Bewertungsergebnis wurde durch die erfreuliche Entwicklung des Beteiligungsportfolios sowie die weiterhin gute und stabile Risikolage im Kreditbuch des KfW-Konzerns geprägt.
Das Risikovorsorgeergebnis im Kreditgeschäft in Höhe von insgesamt +39 Millionen Euro (2023: +165 Millionen Euro) resultierte insbesondere aus der Auflösung pauschaler Kreditrisikovorsorge und aus Eingängen auf abgeschriebene Forderungen, die die niedrigen Nettoaufwendungen für leistungsgestörte Kredite mehr als ausgleichen konnten.
Das Beteiligungsportfolio konnte mit einem Nettoertrag in Höhe von 149 Millionen Euro zu dem positiven Bewertungsergebnis beitragen, nachdem im Vorjahr noch Belastungen in Höhe von 101 Millionen Euro zu verzeichnen waren. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen positive wechselkursinduzierte Effekte aus den Beteiligungen und Fonds der DEG. Das ebenfalls positive Beteiligungsergebnis der KfW Capital profitierte von den verbesserten Rahmenbedingungen im Venture-Capital-Markt.
Rein IFRS-bedingte Bewertungseffekte aus Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, leisteten mit 48 Millionen Euro einen deutlich rückläufigen, aber weiterhin positiven Ergebnisbeitrag (2023: 203 Millionen Euro).
Die Bilanzsumme sank um 15,4 Milliarden Euro auf 545,4 Milliarden Euro (2023: 560,7 Milliarden Euro). Diese Entwicklung ist vor allem auf eine im Jahr 2024 abnehmende Liquiditätshaltung sowie auf den Rückgang der Nettokreditforderungen - insbesondere infolge von Tilgungen im Corona-Sonderprogramm und einer reduzierten Inanspruchnahme der für den Bund durchgeführten Maßnahmen für die Energieversorger - zurückzuführen.
KfW veröffentlicht Nachhaltigkeitsbericht auf freiwilliger Basis
Erstmals veröffentlicht der KfW-Konzern den nach den Vorgaben der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellten Nachhaltigkeitsbericht als "Zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht" im Finanzbericht. Viele große europäische Unternehmen und Banken müssen die anspruchsvollen Standards bereits seit dem Geschäftsjahr 2024 verpflichtend anwenden. Der KfW-Konzern tut dies allerdings auf freiwilliger Basis und möchte damit dem eigenen Anspruch - auch gegenüber seinen Stakeholdern und der Öffentlichkeit - gerecht werden, transparent über für den Konzern wesentliche Nachhaltigkeitsthemen zu berichten.
KfW Geschäftsbericht online: kfw.de/berichtsportal
Informationen zur Pressekonferenz: Digitale Pressemappe Bilanzpressekonferenz 2025
Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR) 31.12.2024 31.12.2023 Bilanzsumme 545,4 560,7 Bilanzielles Eigenkapital 39,6 38,1 Geschäftsvolumen 713,3 724,4 Erfolgskennzahlen (in Mio. EUR) 01.01.2024 – 01.01.2023 - 31.12.2024 31.12.2023 Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) 1.917 1.797 Förderaufwand 504 371 Konzerngewinn 1.402 1.559 Konzerngewinn vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen 1.354 1.347 Aufsichtsrechtliche Kennzahlen (in %) 1) 31.12.2024 31.12.2023 (Harte) Kernkapitalquote 30,2 27,9 Gesamtkapitalquote 30,3 27,9
1) Die angegebenen Kapitalquoten berücksichtigen die gem. Art. 26 (2) CRR anrechenbaren Zwischenergebnisse, die von den jeweiligen Jahresergebnissen gem. IFRS abweichen.
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