Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e.V.
Investieren, wenn der Betrieb es braucht: Leasing im Handwerk
Leasing-Report 2026: Acht Betriebe zeigen, wie sie Maschinen, Fahrzeuge und Anlagen finanzieren
Berlin (ots)
Eine Füllmaschine für eine Feinkostfleischerei, neue Drucksysteme für ein Bauunternehmen, Schweißgeräte für Abdichtungstechniker, Photovoltaik für Metzgerei und Brauerei. Dazu moderne Kassen- und Produktionssysteme und Nutzfahrzeuge. Handwerksbetriebe wollen modernisieren, ohne ihre Liquidität zu binden. Welche Wege sie dabei gehen, zeigt der aktuelle Leasing-Report des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) unter dem Titel "Leasing und Handwerk - zwei starke Partner".
Die Mehrzahl der Handwerker finanziert nach wie vor aus Eigenmitteln. Nach einer Sonderumfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) vom Herbst 2025 greifen 75 Prozent für nachhaltige Investitionen ausschließlich auf eigene Mittel zurück. Knapp ein Fünftel derjenigen Betriebe, die extern finanzieren, nutzen Leasing. Bei Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten steigt der Anteil auf bis zu 30 Prozent. Das Potenzial ist damit auf beiden Seiten noch nicht ausgeschöpft: Zwei Drittel der Leasing-Gesellschaften im BDL wollen daher ihr Geschäft mit Kunden aus dem Handwerk ausbauen.
Der Investitionszeitpunkt entscheidet
"Viele Handwerker kombinieren laufenden Cashflow mit Leasing und können so schneller investieren, nicht erst, wenn genug Kapital auf dem Konto liegt", erklärt Dr. Claudia Conen, BDL-Hauptgeschäftsführerin. "Insbesondere bei neuen Technologien wie Elektrofahrzeugen nutzen Betriebe Leasing, weil sich Investitionsrisiken und Restwertfragen besser kalkulieren lassen."
Weniger Personal, mehr Anspruch an die Ausstattung
Der Umsatz des Handwerks wuchs 2025 laut Destatis um 1,1 Prozent, während die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent sank. "Wenn Fachkräfte knapp sind, wird die Ausstattung zum Wettbewerbsfaktor. Eine CNC-Fräse läuft programmiert, ein Transporter mit Wartungsvertrag bleibt einsatzbereit", führt die Hauptgeschäftsführerin aus. Moderne und verlässliche Technik ersetze keine Fachkräfte, aber sie entlaste die Beschäftigten und sichere diese ab. Damit werde die Finanzierungsfrage zur Produktivitätsfrage.
Restwerte und Zweitmärkte als blinder Fleck
Ob ein Betrieb investiert, entscheidet sich nicht zuletzt an der Höhe der Leasing-Rate. Sie hängt unter anderem davon ab, wie sicher sich der Restwert prognostizieren lässt. "Der Wert eines Objekts am Ende der Laufzeit bestimmt maßgeblich die Höhe der Leasing-Rate. Je besser ein Gebrauchtmarkt funktioniert, desto kalkulierbarer ist der Restwert, was dem Kunden wiederum zugutekommt", erläutert Dr. Conen. Die Förderpolitik setze mit Förderdarlehen jedoch bei Refinanzierungskosten und Bonität an, also nicht bei den entscheidenden Kostentreibern. Conen: "Wir nennen dies das Förderparadox."
Der BDL schlägt vor, Gebrauchtmärkte temporär zu unterstützen, zum Beispiel durch Zuschüsse zu Leasing-Raten oder Kaufprämien für gebrauchte Elektroautos. Gebrauchtmärkte für neue Technologien entstünden zwar, aber langsamer, als die Investitionen anstehen. In dieser Übergangsphase solle der Staat wirken, danach nicht mehr. "Entscheidend ist nicht die Höhe der Fördermittel, sondern der Ansatzpunkt. Wer dort ansetzt, wo das Risiko tatsächlich entsteht, kommt mit weniger öffentlichen Geldern weiter", so die Hauptgeschäftsführerin.
Der Leasing-Report 2026
Der Report bündelt acht Kundenbeispiele aus Handwerk und Mittelstand, die exemplarisch erläutern, warum der Betrieb mittels Leasing oder Mietkauf finanziert hat. Zudem sprechen zahlreiche Leasing-Expertinnen und -Experten über ihre Erfahrungen mit der Handwerksbranche. Ergänzt wird der Report durch ein Interview mit der Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, Gitta Connemann, sowie einen Gastbeitrag von ZDH-Präsident Jörg Dittrich. Junge Fachkräfte der Leasing-Branche berichten, warum Leasing für sie ein Job mit Perspektive ist.
Der Leasing-Report 2026 ist online unter jahresbericht.leasingverband.de abrufbar.
Über den BDL
Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen e. V. ist die Stimme der Leasing-Wirtschaft in Deutschland. Die Branche finanzierte 2025 Investitionen in Höhe von 83,12 Milliarden Euro. Der Leasing-Anteil an den gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen in Fahrzeuge, Anlagen, Maschinen und sonstige Betriebsausstattung liegt aktuell bei 26,6 Prozent. 85 Prozent der über zwei Millionen Leasing-Verträge pro Jahr entfallen auf mittelständische Kunden.
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