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++ Ökotipp | Eine Wohlfühloase für Hummeln ++

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Ökotipp

27. Februar 2025 | 017

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

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Ökotipp: Eine Wohlfühloase für Hummeln

  • Nistmöglichkeiten bieten
  • Schwache Tiere aufpäppeln
  • Torffreie Pflanzenerde verwenden

Berlin. Ab März erwachen Hummelköniginnen aus ihrem Winterschlaf und machen sich auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz für ihr Hummelvolk. Corinna Hölzel, Expertin für Insektenfreundliche Kommunen und Gärten beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) verrät, wie Sie den pelzigen Königinnen einen guten Empfang bereiten und den wertvollen Bestäubern eine geschützte Umgebung bieten.

Corinna Hölzel: „Hummeln sind im Unterschied zu anderen Wildbienenarten bereits bei einstelligen Temperaturen aktiv. Deshalb sind insbesondere Frühblüher auf ihre Bestäubung angewiesen. Für das Ökosystem und für unsere Nahrungssicherheit sind Hummeln absolut unentbehrlich. In der Landwirtschaft werden sie sogar speziell gezüchtet, um Nutzpflanzen zu bestäuben. Ihre Bestäuberleistung ist vor allem für Kulturpflanzen wie Tomaten, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Gurken und Heidelbeeren wichtig. Die Hummeln gehören zu den Wildbienen. Bereits über die Hälfte aller Wildbienenarten sind in ihrem Bestand bedroht, darunter auch viele Hummelarten. Auch die Hummeln brauchen unseren Schutz.“

Bieten Sie der Hummel verschiedene Nistplätze an

"Hummeln fühlen sich in naturnahen Gärten wohl. Haufen aus Steinen, Stroh, Ästen und Laub, Sandflächen, Moospolster, alte Pflanzenstängel, verlassene Mäuselöcher, Maulwurfsgänge oder Mauerlöcher bieten ihnen wertvolle Nist- und Unterschlupfstellen. Im Fachhandel gibt es verschiedene Nisthilfen für Hummeln, die Sie aber auch problemlos selbst basteln können. Auch ein Blumentopf aus Ton in einer Totholzhecke eignet sich als Unterkunft. Richten Sie den Topf seitlich in der Hecke aus und füllen Sie ihn mit Nistmaterial, damit er von der Hummelkönigin angenommen wird. Dafür eignen sich zum Beispiel Moos, Stroh, Heu, Polsterwolle oder Nistwolle aus Kapok“, empfiehlt Corinna Hölzel. „Achten Sie darauf, dass Sie Hummel-Unterkünfte an trockenen, sonnigen und windgeschützten Orten aufstellen.“

Erste Hilfe für Hummelköniginnen

„Wenn die Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf erwachen, sind sie völlig ausgezehrt. Ihr Wintervorrat ist fast aufgebraucht und die Natur bietet noch wenig Nahrung. Kommt dann ein plötzlicher Kälteeinbruch hinzu, finden wir häufig Hummelköniginnen, die entkräftet auf dem Boden liegen. In diesem Fall können Sie die Hummel mit Zuckerwasser aufpäppeln. Lösen Sie einen halben Teelöffel Zucker in etwas lauwarmen Wasser auf. Wichtig ist, dass Sie die Hummel selbstständig trinken lassen. Wenn es gelingt, retten Sie nicht nur einziges Tier, sondern ein ganzes Hummelvolk.“

Reichhaltiges Hummelbuffet mit torffreier Pflanzenerde

„Wenn Sie Ihren Garten mit vielen heimische Wildpflanzen mit Blüte vom zeitigen Frühjahr bis späten Herbst bepflanzen, finden Hummeln während der gesamten Flugzeit von März bis Oktober ein kontinuierliches Nahrungsangebot. Die Salweide gehört zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Hummeln. Krokusse, Winterling, Schneeglöckchen, Blaustern, Lungenkraut, Küchenschelle, Huflattich, Blutweiderich, Natternkopf, Klee und Fingerhut ziehen die staatenbildende Wildbiene ebenfalls an. Auch für den Balkon eignen sich viele heimische Pflanzen, zum Beispiel Schlüsselblume, Akelei, Wiesensalbei und Astern sowie Kräuter wie Borretsch und Schnittlauch. Achten Sie dabei unbedingt darauf, nur torffreie Pflanzenerde zu kaufen. Der Torfabbau zerstört mit den Mooren unwiederbringlich riesige Kohlenstoffspeicher und den Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Wenn Sie diese Hinweise beachten, schaffen Sie nicht nur einen Lebensraum für Hummeln und weitere Wildbienen, Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt“, erläutert Corinna Hölzel.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit insgesamt über 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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